Die COPD entsteht nicht von heute auf morgen. Beschwerden wie Husten und Auswurf nehmen die meisten erst einmal gar nicht so ernst oder schieben sie auf andere Ursachen. Früh bemerkt und diagnostiziert, lässt sich der Krankheit am besten begegnen. Denn wer weiß, was ihm auf die Atemwege schlägt, kann die Ursache auch eher ausschalten. Meist ist es das Rauchen.

Wenn Zigarettenqualm krank macht

COPD ist eine chronische Lungenkrankheit und weltweit die fünfthäufigste Todesursache - Tendenz steigend. Die Bronchien sind meist durch das Rauchen verengt. Ursache sind entzündlich veränderte Schleimhäute aufgrund der reizenden Schadstoffe im Tabakrauch.

Da Rauchen die Bronchien chronisch reizt, bildet die Schleimhaut mehr Schleim, um Schadstoffe von der Lunge fernzuhalten. Auch die feinen Lungenbläschen reagieren und verändern sich. Husten und Atemnot sind die Folge.

"Wer nicht raucht, entwickelt selten eine COPD", erklärt Dr. Wolfgang Esters vom TK-Ärztezentrum. "Viele über 40-Jährige haben COPD, dabei ist die beste Vorbeugung, einfach nicht zu rauchen beziehungsweise mit dem Rauchen aufzuhören", sagt der Internist und ergänzt: "Auch wenn die Krankheit schon diagnostiziert wurde, hilft der Rauchstopp, die Krankheit aufzuhalten."

COPD ist häufig, aber zu selten behandelt:

  • Acht bis 13 Prozent der Erwachsenen in Europa und Nordamerika haben eine COPD.
  • Bei mehr als 80 Prozent der Patienten ist COPD noch nicht diagnostiziert.
  • 80 bis 90 Prozent der Krankheitsfälle sind durch das Rauchen verursacht.
  • Rauchen erhöht das Risiko für COPD um das 13-Fache.

Risiken für COPD

Nicht nur Rauchen, auch Passivrauchen macht für die COPD empfänglich. Seltener spielen Stäube und Gase etwa am Arbeitsplatz eine Rolle. Erbliche Faktoren tragen ebenfalls dazu bei, dass die Krankheit entsteht. Frauen reagieren auf Tabakrauch empfindlicher als Männer und entwickeln häufiger COPD.

Wenn es pfeift und brummt

Die Krankheit verläuft in vier Stadien. Mit Luftnot ist bei der COPD viele Jahre lang nicht zu rechnen. Beschwerden, die zum Arzt führen, machen sich meist erst in einem Alter über 60 Jahre bemerkbar. Die frühe Krankheit macht aber trotzdem auf sich aufmerksam:

  • Husten über eine längere Zeitdauer
  • Auswurf: Der Husten fördert viel Schleim zutage.
  • Geräusche beim Ein- und Ausatmen wie Pfeifen und Brummen
  • Erkältungen mit Bronchitis sind hartnäckiger und schwerer als früher.
  • Bei körperlicher Belastung kommt es schneller zu Atemnot.

Später ist es bereits anstrengend, Treppen zu steigen, bergan zu gehen oder Hausarbeiten zu verrichten. Bei fortgeschrittener Erkrankung kann es auch in Ruhe schwer sein, Luft zu bekommen. Die Luftnot kann sich anfallsweise verstärken.

Test der Lungenfunktion

Der Lungenfacharzt kann die Funktion der Lunge mithilfe eines Spirometers prüfen. Der Patient atmet dabei über ein Mundstück, das mit dem Gerät verbunden ist. Eine Nasenklemme verhindert, über die Nase zu atmen. Moderne Geräte liefern computergestützt sofort Ergebnisse und wichtige Daten, die auf verengte Atemwege hindeuten. Das Gerät misst das ein- und ausgeatmete Atemvolumen der Lungen sowie die Geschwindigkeit des Luftflusses.

Behandlung: Rauchstopp ist top!

Die wichtigste Behandlung, der Rauchstopp, kann mit Hilfen gelingen: Verhaltenstherapie, Medikamente und Nikotinersatzstoffes unterstützen Abstinenzwillige. Am wirksamsten erwiesen sich Tabakentwöhnungsprogramme mit psychologischer und medikamentöser Unterstützung.

Bestimmte Medikamente, die in der Regel inhaliert werden, erweitern die Bronchien und richten sich gegen die Entzündung. Ihr Einsatz hängt vom Stadium der Krankheit ab. Ist die Luftnot bereits sehr schwer, kann eine Sauerstofftherapie nötig werden. Dann ist es noch wichtiger, nicht mehr zu rauchen, denn es kann zu schweren Verbrennungen kommen. 

So wirkt sich der Rauchstopp aus

Das Rauchen einzustellen, wirkt sich bei COPD-Patienten immer positiv aus:

  • Husten, Luftnot und Verschleimung bessern sich
  • Infekte der Atemwege kommen seltener vor
  • Die Krankheit wird nicht, oder weniger schnell schlimmer

Entscheidend ist, dass durch den Rauchverzicht das Fortschreiten der Erkrankung verhindert oder wesentlich verlangsamt werden kann. Weniger zu rauchen, bringt leider nicht viel, zeigen Studien.

Trotz Atembeschwerden bewegen

Mit einer COPD fällt es vielen Menschen schwer, sich zu bewegen. Schonen sollten Sie sich aber nicht. Kontrollierter Sport und Physiotherapie sind auch wichtig, wenn die Krankheit bereits fortgeschritten ist. Lungensport ist besonders geeignet, denn dort wird Ausdauer, Beweglichkeit, Muskelkraft und Ausdauer gezielt trainiert. Atem- und Entspannungstechniken wirken unterstützend und erleichtern das Atmen. "Krankengymnastische Übungen können die Atemmuskeln stärken, den Schleim in den Bronchien mobilisieren und Hustenanfälle lindern", so Dr. Esters.

Disease-Management-Programme (DMP)

Wer an der COPD leidet, kann am DMP teilnehmen - ein strukturiertes Behandlungsprogramm, das auf COPD-Patienten zugeschnitten ist. Das DMP unterstützt nicht nur die ärztliche Behandlung, sondern hilft Patienten, ihre Krankheit besser zu verstehen, zu kontrollieren und die Lebensqualität zu steigern.

Bestandteil des Programms sind regelmäßige Arzttermine mit beratenden Gesprächen, Untersuchungen und einer detaillierten Dokumentation sowie Schulungen, um die Krankheit, deren Hintergrund und den Umgang damit besser zu verstehen. Nicht jeder Arzt bietet ein DMP an. Es lohnt aber, den Arzt nach der Möglichkeit zur Teilnahme am DMP zu fragen.