In mehr als 90 Prozent der Diabetes-Fälle bei Kindern handelt es sich um einen Typ-1-Diabetes. Zunehmend häufiger gibt es im Kindes- und Jugendalter auch Fälle von Typ-2-Diabetes oder anderen Diabetestypen, zum Beispiel die MODY-Form des Diabetes (Maturity-Onset Diabetes of the Young), für die genetische Veränderungen verantwortlich sind.

Typ-1-Diabetes

Nach Schätzungen sind in Deutschland zwischen 10.000 bis 15.000 Kinder und Jugendliche im Alter von null bis 14 Jahren von dem Typ-1-Diabetes betroffen. Weltweit nimmt die Zahl der Typ-1-Diabetes-Fälle in dieser Altersgruppe zu. Betroffen sind vor allem Kleinkinder. In Deutschland steigt die Rate der Neuerkrankungen derzeit um drei bis fünf Prozent pro Jahr an.

Die Ursachen für den Anstieg der Typ-1-Diabetes-Häufigkeit sind bisher noch unbekannt. Zum einen werden Vererbungsfaktoren verantwortlich gemacht. Hiermit allein lässt sich die Zunahme aber nicht erklären.

Experten nehmen an, dass auch die Veränderung von Umweltbedingungen und Lebensstil eine Rolle spielen. Unter anderem vermuten sie, dass die geringere Bereitschaft zum Stillen das Risiko des Kindes für die Autoimmunerkrankung Typ-1-Diabetes erhöht. Weitere mögliche Gründe werden zurzeit in Studien untersucht.

Erkranken Kinder an Typ-1-Diabetes, ändert sich für die Patienten selbst und ihre Eltern einiges im Leben. Es muss auf die Ernährung geachtet werden, Blutzucker ist zu messen und Insulin zu spritzen. Die Therapie begleitet die betroffenen Kinder und Jugendlichen über den ganzen Tag, im Kindergarten oder in der Schule und zu Hause.

Kinder mit Typ-1-Diabetes benötigen mehrmals täglich Insulin zur Senkung ihres Blutzuckerspiegels. Das Insulin kann entweder mit einer Spritze, per Pen oder mittels einer Insulinpumpe unter die Haut gespritzt werden.

Typ-2-Diabetes

Der Typ-2-Diabetes wurde früher auch als Alterszucker bezeichnet. Schon längst trifft diese Bezeichnung nicht mehr zu, denn es gibt immer mehr Menschen mit der Erkrankung im jüngeren Erwachsenalter.

Seit einigen Jahren häufen sich in den westlichen Industrienationen die Berichte über eine Zunahme von Typ-2-Diabetes unter Kindern und Jugendlichen. Erst kürzlich wurden Zahlen aus den USA veröffentlicht, wo die Zahl der Typ-2-Diabetes-Fälle in dieser jungen Altersgruppe in den vergangenen 20 Jahren um das Zehnfache angestiegen ist.

In Deutschland hat sich die Zahl der jugendlichen Typ-2-Diabetiker in den vergangenen zehn Jahren verfünffacht. Hierfür werden vor allem folgende Ursachen verantwortlich gemacht: zu wenig Bewegung, falsche Ernährung und Übergewicht.

Bei Untersuchungen in einzelnen Regionen Deutschlands hat man festgestellt, dass etwa sieben Prozent aller übergewichtigen Jugendlichen bereits von Vorstufen des Typ-2-Diabetes in Gestalt einer Störung des Zuckerstoffwechsels (gestörte Glukosetoleranz) betroffen sind. Dennoch ist die Diagnosestellung eines Typ-2-Diabetes in Deutschland bei Kindern und Jugendlichen sehr selten. 

Insgesamt leiden in Deutschland etwa fünf von 100.000 Kindern und Jugendlichen bis zum Alter von 20 Jahren an Typ-2-Diabetes. Oftmals finden sich schon bei diesen jungen Patienten gleichzeitig erhöhte Blutdruckwerte und eine Fettstoffwechselstörung. Besonders oft tritt der Typ-2-Diabetes nach dem Einsetzen der Pubertät auf.