Bei manchen langjährig Heroinabhängigen ist dieser Weg zunächst jedoch nicht möglich. Niederschwellige Angebote wie Drogenkonsumräume und Behandlungen mit Drogenersatzstoffen können Folgeschäden mindern und die betroffenen Patienten zu einer weitergehenden Therapie motivieren.

Entgiftung im Krankenhaus

Der Weg zu einem abstinenten Leben führt in der Regel zunächst in die Entgiftungsbehandlung. Hierbei wird - in einer Fachklinik - dem Körper das Rauschgift "entzogen". Dabei sind verschiedene Vorgehensweisen möglich. Das Opiat kann zum Beispiel schrittweise ausgeschlichen werden, manche Entzugssymptome lassen sich medikamentös beeinflussen. Eine erfolgreich abgeschlossene Entgiftung ist die Basis jeder weiterführenden Psychotherapie. Das bedeutet allerdings nicht, dass situationsangepasste Maßnahmen unterbleiben sollten.

Denn Opiatabhängige verfügen - im Gegensatz zu vielen Alkoholkranken - in der Regel nicht mehr über ein tragfähiges soziales Netz. Viele sind verschuldet, vorbestraft, obdachlos und verwahrlost. Die Möglichkeiten, angemessen mit anderen Menschen umzugehen, sind bei vielen Opiatabhängigen nur noch ansatzweise vorhanden. Die enge, oft jahrelange Verbindung zur Drogenszene hat zur Folge, dass normales gesetzeskonformes Sozialverhalten praktisch nicht mehr vorhanden ist. Das heißt, im Rahmen der sich an die Entgiftung anschließenden Entwöhnungstherapie muss bei vielen Opiatabhängigen eine nahezu hundertprozentige Umstellung ihrer Lebensführung erfolgen.

Nachsorge ist wichtig

Es ist klar, dass eine solche Umstellung nicht in wenigen Wochen zu bewältigen ist. Entwöhnungstherapien bei Opiatabhängigen dauern in der Regel einige Monate. Im Anschluss daran ist die Unterbringung in Nachsorgeeinrichtungen oder anderen Möglichkeiten des betreuten Wohnens fast immer ebenso sinnvoll wie die Weiterführung von Psychotherapie im ambulanten Rahmen. Auch der Besuch von Selbsthilfegruppen - möglicherweise über Jahre - kann den Erfolg von Entwöhnungstherapien sichern helfen.

Substitution - die Behandlung mit "Ersatzdrogen"

Unter Substitution versteht man die Vergabe von sogenannten Drogenersatzstoffen durch Ärzte, mit dem Ziel, dass diese die Einnahme von illegalen Drogen überflüssig machen. Diese Therapieform wird zum Beispiel bei Opiatabhängigen eingesetzt, bei denen die zuvor beschriebenen Behandlungen erfolglos blieben. Der am häufigsten eingesetzte Drogenersatzstoff ist hierzulande Methadon, ebenfalls ein Opiat wie Heroin. Die Substitution erfolgt in Verbindung mit einer medizinischen und psychosozialen Betreuung. Bei welchem Patienten sie zum Einsatz kommt, hängt von individuellen und anderen Faktoren ab und bedarf sorgfältiger Abwägung.