Aufgrund der günstigen Rücklagen wurde die Insolvenzgeldumlage zuletzt zum 1. Januar 2018 von 0,09 Prozent auf 0,06 Prozent reduziert. Auch im Jahr 2020 soll der Umlagesatz unverändert bleiben. Er beträgt dann weiterhin 0,06 Prozent des rentenversicherungspflichtigen Arbeitsentgelts.

Insolvenzgeldumlagepflicht für alle Arbeitgeber

Die Insolvenzgeldumlage ist mit wenigen Ausnahmen von allen Arbeitgebern für jeden Arbeitnehmer zu zahlen. Für die Umlagepflicht ist die Größe, Branche und Ertragslage des Betriebes irrelevant.

Ausnahme Saisonarbeitskräfte aus dem Ausland

Ausländische Saisonarbeitskräfte weisen mit der Bescheinigung A1 nach, dass sie den sozialversicherungsrechtlichen Vorschriften ihres jeweiligen Heimatlands unterliegen. Eine Insolvenzumlagepflicht besteht für diese Personen nicht.

Befreiung von der Insolvenzgeldumlage

Folgende Arbeitgeber sind von der Insolvenzgeldumlage befreit, weil sie quasi nicht insolvent werden können:

  • Bund, Länder und Gemeinden
  • Körperschaften-, Stiftungen-, und Anstalten des öffentlichen Rechts, über deren Vermögen ein Insolvenzverfahren nicht zulässig ist
  • Juristische Personen des öffentlichen Rechts, wenn die Zahlungsfähigkeit kraft Gesetzes durch Bund, Länder oder Gemeinden gesichert ist
  • Als Körperschaften des öffentlichen Rechts organisierte Religionsgemeinschaften und ihre gleiche Rechtstellung genießende Untergliederungen
  • Öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten
  • Botschaften und Konsulate ausländischer Staaten in der Bundesrepublik Deutschland
  • Wohnungseigentümergemeinschaften, für die ein Insolvenzverfahren nach § 11 Abs. 2 des Gesetzes über das Wohnungseigentum und das Dauerwohnrecht (WoEigG) ausgeschlossen ist
  • Privathaushalte

Wozu wird die Insolvenzgeldumlage erhoben?

Die Insolvenzgeldumlage dient vorrangig dazu, ausgefallene Entgeltansprüche des Arbeitnehmers im Falle einer Insolvenz ihres Arbeitgebers zu sichern. Aus dem Umlagetopf werden auch die Einzugsstellen der Sozialversicherung bedient, wenn der Arbeitgeber wegen der insolvenzbedingten Zahlungsunfähigkeit seinen Beitragsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann.

Bemessungsgrundlage der Insolvenzgeldumlage

Die Insolvenzgeldumlage wird nach dem laufenden und einmaligen Arbeitsentgelt bemessen. Konkret nach dem Entgelt, aus dem die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zu zahlen wären. 

Sie ist für alle im Betrieb beschäftigten Arbeitnehmer und Auszubildenden aufzubringen. Dies gilt unabhängig davon, ob sie rentenversicherungspflichtig, rentenversicherungsfrei oder von der Rentenversicherungspflicht befreit sind. Sie ist also zum Beispiel auch für 450-Euro-Minijobber und kurzfristige Minijobber zu zahlen.

Im TK-Firmenkundenportal haben wir die wichtigsten Fragen und Antworten zur Insolvenzgeldumlage zusammengestellt.