TK Neujahrsempfang 2026
Artikel aus Nordrhein-Westfalen
Mehr Tempo bei der Digitalisierung unseres Gesundheitssystems haben NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann und der stellvertretende TK-Vorsitzende Thomas Ballast auf dem TK-Neujahrsempfang gefordert.
Ein Primärversorgungssystem nach dem Grundsatz "digital vor ambulant vor stationär" mit einer digitalen Ersteinschätzung, wie es die TK vorschlägt, könne bereits vor einem Arzt-Patientenkontakt dazu beitragen, Patientinnen und Patienten in die geeignete Versorgung zu steuern, erklärte Ballast.
Ballast: DIHVA zeigt Potenzial der Digitalisierung
Im Verbund mit Telemedizin und Künstlicher Intelligenz (KI) könnten die Arztpraxen so spürbar entlastet werden. Ärztinnen und Ärzte sollen nicht ersetzt, sondern vielmehr unterstützt werden, stellte Ballast klar.
Wie das im Versorgungsalltag aussieht, habe sie sich gemeinsam mit dem Minister in Olpe angeschaut, sagte Gastgeberin und Moderatorin Barbara Steffens, Leiterin der TK-Landesvertretung Nordrhein-Westfalen (NRW).
Dort und in Etteln erprobt die TK in NRW das Versorgungsprojekt DIHVA , die digitale hausärztlichen Versorgungsassistenz. Ausgerüstet mit modernen Diagnosegeräten und von einer KI-gestützten Software unterstützt, übermittelt die DIHVA die erfassten Werte digital an die teilnehmende hausärztliche Praxis. Per Telefon oder Videogespräch kann die Ärztin oder Arzt zugeschaltet werden.
Telemedizin hilft, die knappen ärztlichen Ressourcen effizienter zu nutzen. Thomas Ballast
Laumann: Brauchen mehr Tempo bei der Digitalisierung
Nicht nur für das Gesundheitssystem sei DIHVA ein wegweisender Ansatz. Auch die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen würden davon profitieren, betonte Laumann. Viele Untersuchungen könnten in ihrer vertrauten Umgebung stattfinden statt in einem Krankenhaus oder in einer Praxis. Deshalb müsse es bei der Digitalisierung schneller vorangehen.
Damit das gelinge, müsse man die Menschen mitnehmen. Gegen den Widerstand des Systems seien grundlegende Reformen nicht durchführbar. Das hätten ihn die Erfahrungen bei der Umsetzung der neuen Krankenhausplanung in NRW gelehrt.
Wo stehen wir bei der Reform unseres Gesundheitssystems, haben wir NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann gefragt.
NRW-Gesundheitsminister Laumann zum Reformbedarf im Gesundheitssystem
Wie klappt es mit der Umsetzung der neuen NRW-Krankenhausplanung, Herr Minister?
NRW-Gesundheitsminister Laumann zum NRW-Krankenhausplan
Warum ist eine digital gestützte Ersteinschätzung im ambulanten Sektor notwendig?
NRW-Gesundheitsminister Laumann über Reformen im ambulanten Bereich