Besser wissen heißt nicht unbedingt besser machen: Auch in Gesundheitsreinrichtungen ist das Kantinenessen nicht immer gesund und nachhaltig, ergab eine Studie der Charité. Das soll sich nun dringend ändern: Mit Förderung der TK und basierend auf neuesten Erkenntnissen der Ernährungswissenschaft stellt Berlins berühmtes Universitätsklinikum nun schrittweise an allen vier Campus die Verpflegung der Mitarbeitenden um.

Weniger Fleisch, verstärkt pflanzliche Zutaten und proteinreiche Hülsenfrüchte, möglichst nachhaltige Herkunft - nach diesen Vorgaben sollen 84 Rezepte überarbeitet oder neu entwickelt und getestet werden, die künftig vom Charité CFM Facility Management für die Charité-Beschäftigten an allen Standorten gekocht werden. Rund 3.000 der insgesamt 25.256 Mitarbeitenden (Stand: 31.12.2025) stärken sich an einem durchschnittlichen Tag mittags in einer der Kantinen.

Regionale Produkte, internationale Rezepte 

Jedes Gericht wird genau nach Nährwertgehalt und Nachhaltigkeit analysiert, das Personal in der Küche in Workshops geschult. Durch Prozessveränderungen und gezielten Einkauf bei festen Lieferanten soll der Anteil der Bioprodukte bei gleichbleibendem Budget von drei auf 20 Prozent erhöht werden.

Die Charité-Beschäftigten sollen vom neuen Essensangebot nicht nur langfristig gesundheitlich profitieren. Geplant ist, in der Küche auch auf die unterschiedlichen Präferenzen einzugehen - die Mitarbeitenden der Charité stammen aus über 130 verschiedenen Ländern. Mitarbeiterbefragungen, Aktionswochen und diverse Kommunikationsmaßnahmen sollen die Beschäftigten aktiv einbeziehen und für das Thema gesunde und nachhaltige Ernährung auch im Privatleben sensibilisieren.

Strah­lende Gesichter zum Start

Übergabe des Bewilligngsbescheids an das Team der Charité Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
TK-Landeschefin Susanne Hertzer (4.v.l.) übergab den Bewilligungsbescheid an die Projektbeteiligten unter Leitung von  Dr. Lisa Pörtner (Mitte). Von links: Amelie Schirmer, Lisa-Marie Lonser (TK-Pflegeexpertin für Prävention), Gregor Zakonsky, Susanne Hertzer (TK-Landeschefin), Ulrike Grittner, Dr. Lisa Marie Pörtner (Projektleiterin), Anne Ganguin, Leon Schlenger, Liane Schenk, Matthias Kurandt, Anne Schirmaier.

Auch die Verpflegung der Patientinnen und Patienten wird künftig nachhaltiger, dank der Förderung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) kann das Projekt auch evaluiert werden. In dem Projekt zur Verbesserung der Verpflegung von Patientinnen und Patienten ist die TK als Beiratsmitglied involviert.   

Eine gesunde Umwelt ist wichtiger Teil der Gesundheitsvorsorge. Susanne Hertzer

Dr. Lisa Pörtner, Projektverantwortliche der Charité: "Wir brauchen dringend Vorbilder für eine gesundheitsfördernde und umweltfreundliche Verpflegung in Kliniken und wir freuen uns sehr, dass wir als Charité diese Rolle in Zukunft einnehmen können. Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts ermöglicht uns den Gewinn wichtiger Erkenntnisse in Bezug auf Akzeptanz, Umsetzungsprozess und effektive Kommunikation, von denen auch andere Einrichtungen profitieren werden."

Für die Leiterin der TK in Berlin und Brandenburg, Susanne Hertzer, sind Nachhaltigkeit und Gesundheit untrennbar miteinander verbunden: "Eine gesunde Umwelt ist wichtiger Teil der Gesundheitsvorsorge - auch und vor allem für künftige Generationen. Denn Klimawandel, Hitzeperioden und überdüngte Böden können Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben. Für uns als Krankenkasse ist es daher wichtig, Studien zur nachhaltigen Ernährung zu begleiten und so zu einem bewussteren Lebensstil anzuregen."

Vorbild für andere Kliniken

Das Projekt ist zunächst auf einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren angelegt und wird nicht nur an der Charité zu einer gesünderen und nachhaltigeren Ernährung führen: Am Ende sollen Erfahrungen aus dem Projekt in einen Leitfaden einfließen, der auch an anderen Krankenhäusern in Deutschland das Essensangebot revolutionieren könnte - im Sinne der Gesundheit von Mensch und Umwelt.