Der Hausarzt als Lotse
Artikel aus Sachsen-Anhalt
Rund 43.000 TK-Versicherte in Sachsen-Anhalt nehmen am Vertrag zur hausärztlichen Versorgung (HzV) teil.
Für viele Menschen ist die Allgemeinarztpraxis in ihrer Nähe der erste Ansprechpartner im Krankheitsfall. Hierbei übernimmt der Hausarzt oder die Hausärztin eine koordinierende Rolle in der Versorgung der Patientinnen und Patienten.
Ist zum Beispiel eine fachärztliche Konsultation notwendig, wird eine entsprechende Überweisung durch die Hausarztpraxis ausgestellt. Ausgenommen hiervon sind Besuche bei Augenärzten und -ärztinnen sowie gynäkologischen Praxen oder Notfälle. Die Techniker Krankenkasse in Sachsen-Anhalt bietet ihren Versicherten bereits seit 2010 an, freiwillig an diesem Versorgungsmodell teilzunehmen.
Zusatzpauschale für die Versorgung bei Herzinsuffizienz
Im HzV-Vertrag ist unter anderem eine Zusatzpauschale für die Versorgung von Patienten und Patienten mit Herzinsuffizienz . Diese Vergütung beinhaltet unter anderem die Schulung der Betroffenen, um besser mit ihrer Krankheit umzugehen und das Selbstmanagement zu erhöhen. Unterstützt wird damit auch der Einsatz von Versorgungsassistentinnen (VERAHs), die eine telefonische Betreuung der Erkrankten ermöglichen, ohne dass diese die Hausarztpraxis aufsuchen müssen.
Vertragspartner fördern Engagement bei Nachhaltigkeit
Finanziell fördern wollen die Vertragspartner zudem das Engagement von Arztpraxen zum Thema Nachhaltigkeit. Die TK hat bundesweit eine Kooperation mit dem aQua-Institut das Siegel " Nachhaltige Praxis - Klima. Umwelt. Mensch " initiiert. Praxen, die nachweisen können, ökologische und soziale Standards in ihren Arbeitsalltag zu integrieren, erhalten nach einem Audit und einer unabhängigen Prüfung der Stiftung Praxissiegel e. V. ein Zertifikat, das drei Jahre lang gültig ist. Eine Online-Weiterbildung führt die Arztpraxen an Themen wie nachhaltige Pharmakotherapie, einen praxisindividuellen Hitzeschutzplan und CO2-Fußabdruck bis zu reduziertem Papierverbrauch heran.
Lotsenprinzip: Hausarzt bleibt erster Ansprechpartner
Fortgeführt wird als Grundelement des HzV-Vertrages das sogenannte Lotsenprinzip, bei dem der Hausarzt bis auf wenige Ausnahmen immer erster Ansprechpartner bleibt. Ergänzt wird die medizinische Versorgung durch die Aufnahme zusätzlicher Leistungen zur Früherkennung und Behandlung von Begleiterkrankungen der Volkskrankheiten Diabetes mellitus und Hypertonie .