Kiel, 14. Dezember 2023. Kein Essen wegwerfen und regional sowie saisonal ernähren: Beides ist den Menschen in Norddeutschland wichtig, wenn es um ihre nachhaltige Ernährung geht. Bei der Umsetzung stellen sich allerdings einige Hindernisse in den Weg. Das zeigt die neue Ernährungsstudie "Iss was, Deutschland!" , welche die Techniker Krankenkasse (TK) auf Basis einer repräsentativen Forsa-Umfrage herausgegeben hat.

Norddeutschen sind Lebensmittel aus der Region wichtig

Für die Norddeutschen aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen ist Nachhaltigkeit nicht nur Thema bei Klima oder Energie, sondern auch beim Lebensmitteleinkauf: Regionale und saisonale Produkte gehören fest auf den Speiseplan. So halten es 85 Prozent der Befragten für sehr wichtig oder wichtig, Lebensmittel zu kaufen, die aus der eigenen Region stammen. Darüber hinaus legen mehr als acht von zehn Norddeutschen (81 Prozent) Wert auf den Kauf von saisonalen Produkten. Anders bei Bio-Produkten: Hier ist es nur für 43 Prozent der Befragten wichtig oder sehr wichtig, dass die Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft stammen. "Jede und jeder kann mit kleinen Schritten viel bewirken. Nachhaltigkeit beginnt deswegen schon beim Einkauf: Hauptsächlich pflanzliche Lebensmittel, möglichst gering verarbeitet und wenig verpackt, schonen das Klima und sind gesundheitsfördernd", betont Petra Schulze-Lohmann, schleswig-holsteinische Sektionsleiter der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V.

Fehlende Transparenz und zu hohe Preise

Beim Einkauf nachhaltiger Lebensmittel stehen die Norddeutschen nach eigener Aussage aber auch vor einigen Hürden: Für sechs von zehn (60 Prozent) Befragten ist es demnach häufig schwierig zu erkennen, welche Produkte nachhaltig sind. Auch der Preis hält die Menschen beim Kauf von eben diesen Lebensmitteln ab. So gaben über die Hälfte (51 Prozent) der Norddeutschen an, die Produkte seien häufig zu teuer. Über ein Drittel (35 Prozent) sind sogar der Meinung, durch ihr eigenes Einkaufsverhalten nicht wirklich etwas bewirken zu können. Sören Schmidt-Bodenstein, Leiter der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein: "Unsere Aufgabe als Krankenkasse ist es, die Menschen mit individuellen Angeboten auf dem Weg zu einer nachhaltigen und gesunden Ernährung zu begleiten." Die TK unterstützt hier unter anderem mit einem interaktiven TK-ErnährungsCoaching.

Norddeutsche vermeiden Abfall

Wer nachhaltig leben möchte, der kommt auch an dem Thema Abfallvermeidung nicht vorbei. Das schont Ressourcen und schützt die Umwelt und Menschen davor, dass Müll in Gewässer, Landschaften oder Straßen gerät. Für viele Norddeutsche ist das bereits selbstverständlich: 
Rund drei Viertel der Befragten achten deswegen bei dem Einkauf darauf, Lebensmittelverpackungen zu vermeiden (74 Prozent) und in den eigenen vier Wänden die gekauften Lebensmittel selten oder nie wegzuwerfen (77 Prozent).

Hinweis für die Redaktion

Für die bevölkerungsrepräsentative, telefonische Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa vom 2. bis 26. Mai 2023 bundesweit insgesamt 1.704 Personen ab 18 Jahren zu ihrem Ernährungs- und Trinkverhalten, davon mindestens 200 Personen pro Ländergebiet. Die hier ausgewiesenen Teilergebnisse der bundesweiten Studie beziehen sich auf die norddeutschen Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen.

Die TK unterstützt ihre Versicherten mit vielen Angeboten auf dem Weg zu einer gesünderen und nachhaltigen Ernährung. Das interaktive TK-ErnährungsCoaching unterstützt Interessierte ganz individuell, langfristig ihre Ernährungsziele zu erreichen. Außerdem bezuschusst die TK Ernährungskurse vor Ort oder digital. Darüber hinaus unterstützt die TK Arbeitgeber, Kitas, Schulen und Hochschulen fachlich und finanziell bei der Umsetzung von Ernährungsprojekten.