Ob im Beruf oder im Privatleben - Stress begleitet uns in vielen Lebensbereichen. Doch wie hoch ist der Stresslevel der Menschen in Deutschland? Empfinden Frauen und Männer Stress unterschiedlich? Mit welchen Strategien begegnen sie dem Druck? Und wie hat sich die Corona-Pandemie auf den Stresslevel der Menschen ausgewirkt? 

TK-Stress­studie 2021 "Ent­spann dich, Deutsch­land!"

PDF, 757 kB Downloadzeit: eine Sekunde

Stress geht auf Körper und Psyche

Vor allem lange Stressphasen fordern ihren Tribut. "Neben körperlichen Beschwerden wie zum Beispiel Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und Magenbeschwerden kann Dauerstress auch auf die Psyche gehen", erklärt der TK-Vorstandsvorsitzende Dr. Jens Baas. "Die Bandbreite reicht bis hin zu Erschöpfung und Depressionen." Laut Studie leidet von den häufig Gestressten ein Großteil unter Erschöpfung (80 Prozent), Schlafstörungen (52 Prozent), Kopfschmerzen und Migräne (40 Prozent) oder Niedergeschlagenheit bzw. Depressionen (34 Prozent). Zum Vergleich: Bei den selten Gestressten sind es in fast allen Kategorien weniger (Erschöpfung 13 Prozent; Schlafstörungen 28 Prozent, Kopfschmerzen und Migräne 13 Prozent, Niedergeschlagenheit/Depressionen 7 Prozent). 

Was sind für Sie die zentralen Ergeb­nisse der Stress­stu­die?

Inhalte werden geladen
Dr. Jens Baas, TK-Vorstandsvorsitzender

Stress hat zudem nicht nur Auswirkungen auf die individuelle Gesundheit, sondern führt auf Dauer auch zu einem hohen Krankenstand in den Unternehmen. Seit Jahren steigen die psychisch bedingten Fehlzeiten, zu denen auch Erschöpfung gehört, der TK-versicherten Erwerbstätigen. 2020 machten sie mit 20 Prozent erneut den höchsten Anteil am Krankenstand aus.

Corona-Effekte

Die Coronapandemie hat starke Auswirkungen auf das Stressempfinden der Menschen in Deutschland. Auf die Frage, ob ihr Leben seit Beginn der Pandemie stressiger geworden ist, antwortet rund die Hälfte der Befragten mit Ja (47 Prozent). Familien mit Kindern im Haushalt fühlen sich stärker gestresst (60 Prozent) als Haushalte ohne Kinder (43 Prozent). Besonders gestresst sind Erwerbstätige im Homeoffice mit mindestens einem Kind (64 Prozent) im Vergleich zu Beschäftigten im Homeoffice ohne Kind (42 Prozent). Prof. Dr. Bertolt Meyer von der TU Chemnitz hat die Daten für die TK ausgewertet: "Die Befragung fand im März 2021 statt, mitten im zweiten Lockdown mit all seinen Herausforderungen, das hatte natürlich auch Einfluss auf die Antworten."

Warum ist es wich­tig, sich mit dem Thema Stress zu beschäf­ti­gen?

Inhalte werden geladen
Prof. Dr. Bertolt Meyer, TU Chemnitz

Manchmal helfen einfache Maßnahmen

Diplom-Psychologin Suzanne Jones, die seit zehn Jahren Unternehmen und Hochschulen in Sachen Stressmanagement berät, erklärt: "Manchmal können schon einfache Maßnahmen das Arbeitsumfeld verbessern. Zum Beispiel ist eine gelebte Pausenkultur mit regelmäßigen und bewussten Fünf-Minuten-Auszeiten hilfreich. Da reicht es schon, kurz das Fenster zu öffnen, tief durchzuatmen und sich zu bewegen oder die Augen zu entspannen. Das spricht gezielt andere Hirnareale an, senkt den Stress und erhält die Leistungsfähigkeit." Gut sei es auch, störungsfreie Arbeitszeiten festzulegen, in denen Chat-Nachrichten und Mails ausgeblendet werden. "Führungskräfte haben dabei eine wichtige Vorbildfunktion", so Jones.

Mit welchen Stra­te­gien lässt sich Stress redu­zie­ren?

Inhalte werden geladen
Suzanne Jones, Diplom-Psychologin, Trainerin und Beraterin für Betriebliches Gesundheitsmanagement
 

Digitale Pressemappe

Angebote für Versicherte

Angebote für Firmenkunden / Arbeitgeber

Hinweis für die Redaktion

Basis für die Studie ist eine bevölkerungsrepräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der TK, unter 1.000 Erwachsenen ab 18 Jahren, die im März 2021 stattgefunden hat. Die TK hatte bereits in den Jahren 2013 und 2016 eine Befragung zum Thema Stress durchgeführt. Damals fühlten sich 60 Prozent der Befragten mindestens manchmal gestresst und 23 Prozent häufig (2016). Bei der ersten Befragung 2013 waren es 57 Prozent bzw. 20 Prozent. Damit ist die Anzahl der Menschen, die häufig gestresst sind, im Vergleich zur ersten Stressstudie von 2013 um 30 Prozent gestiegen. Besonders Frauen sind nach wie vor von Stress betroffen. Jede dritte Frau hat 2021 in Deutschland extremen Stress erlebt, bei den Männern war es jeder Fünfte.

In unserer Mediathek finden Sie Infografiken und Videostatements zur TK-Stressstudie 2021.