Wie entstehen Blockaden?

Blockaden entstehen oftmals plötzlich und können viele Ursachen haben. Wenn wir beispielsweise zu schwer heben oder zu lange in einer ungesunden Haltung verharren, dann kann es uns erwischen: Ein Wirbel rutscht aus seiner angestammten Position und findet nicht mehr zurück. Er ist in seiner Bewegung blockiert.

Auch eine einmalige falsche Bewegung kann die Ursache für eine Blockade sein, ebenso äußere Gewalteinwirkung, speziell ein Schleudertrauma. Insbesondere Menschen, die sich wenig bewegen, haben ein höheres Risiko für Wirbelblockaden. Ihre Rückenmuskulatur ist häufig geschwächt.

Gezieltes Einrenken

Findet der Chirotherapeut eine Blockade, betrachtet und prüft er mit seinen Händen, wie beweglich die Wirbel und Gelenke sind und ob sie exakt an ihrem Platz liegen. So identifiziert er auch drucksensible schmerzhafte Verhärtungen in der Muskulatur, die die Blockade umgibt.

Durch spezielle Handgrifftechniken löst der Chirotherapeut die Blockaden. Umgangssprachlich spricht man hier vom Einrenken. Dabei sind die Techniken inzwischen weitaus sanfter als der Ausdruck vermuten lässt.

Mobilisation und Manipulation

Eine besonders sanfte Technik ist die sogenannte Mobilisation. Der Chirotherapeut bewegt dabei die Gelenkflächen vorsichtig zueinander, sodass sie entlastet werden und wieder in ihre richtige Position rutschen können.

Bei der sogenannten Manipulation wird der Wirbel oder das Gelenk durch einen kurzen Impulsstoß in seine ursprüngliche Position zurückbefördert. Ein hörbares Knacken kann dabei anzeigen, dass sich die Blockade erfolgreich gelöst hat. Nach der Korrektur lässt der Schmerz in der Regel sofort nach und auch die Muskeln entspannen sich langsam wieder.

Möglichkeiten und Grenzen der Chirotherapie

Chirotherapie kann bei akuten Rückenschmerzen schnell für die ersehnte Entlastung sorgen. Sie gilt als anerkannte Behandlungsform und kann medikamentöse und operative Therapien erfolgreich ergänzen.

Ob allerdings bei einem Patienten Chirotherapie sinnvoll ist, hängt von seinem Gesundheitszustand ab. Gegenanzeigen sind beispielsweise ein frischer Bandscheibenvorfall, vorgeschädigte Wirbel, Knochentumore, Osteoporose (Knochenschwund) oder eine Arteriosklerose im Bereich der Halswirbel. Vor jeder Manipulation der Wirbelsäule wird daher sorgfältig abgeklärt, ob eine Behandlung infrage kommt.

Chirotherapie ist nicht gleich Chiropraktik

"Bei der Chirotherapie legen ausschließlich Ärzte Hand an", erklärt Petra Rudnick vom TK-Ärztezentrum. In einer speziellen Ausbildung lernen Mediziner die entsprechenden Handgriffe und erlangen damit die Zusatzbezeichnung "Chirotherapie" oder "Chirotherapie/manuelle Medizin". Nur sie dürfen diese Bezeichnung führen. "Die Berufsbezeichnung ist gesetzlich geschützt und die Ausbildung standardisiert und einheitlich", so Rudnick.

Die Weiterbildung zum Chiropraktiker hingegen steht auch Heilpraktikern offen, unterliegt aber keiner einheitlichen Regelung hinsichtlich des Ausbildungsumfangs und der Inhalte.