Die elektronische Patientenakte (ePA) ist im Gesundheitswesen angekommen. Dies zeigen beispielsweise steigende Nutzerzahlen: Über eine Million TK-Versicherte nutzen ihre ePA mittlerweile aktiv und wollen ihre Gesundheit selbst in die Hand nehmen. Das Gute ist: Auch Personen, die die Akte nicht aktiv nutzen, profitieren von ihr (vorausgesetzt man hat der Einrichtung nicht widersprochen). Im Hintergrund laufen nämlich trotzdem Informationen wie Befunde, Laborergebnisse und Verordnungen zusammen und können im Behandlungsfall von Ärztinnen und Ärzten abgerufen werden. Gerade Menschen, die vielfach erkrankt sind, viele Medikamente nehmen und eingeschränkt sind, profitieren von der ePA. Die Akte ermöglicht einen besseren Überblick über die Krankengeschichte und macht gezieltere Behandlungen möglich.

Nutzung vor allem im Bedarfsfall

"Insgesamt braucht die Einführung einer Patientenakte einfach Zeit, das geht nicht von heute auf morgen. Wir sind und waren immer überzeugt, dass die ePA eine zentrale Rolle in einem modernen Gesundheitswesen spielen wird. Die ersten Erfolge sehen wir jetzt" sagt Daniel Konrad, interimistischer Leiter der TK-Landesvertretung dazu und ergänzt: "Die Erwartung darf jetzt aber nicht sein, dass die Nutzerinnen und Nutzer täglich in ihre Akten schauen. Die ePA ist kein Messenger und wird vor allem dann genutzt, wenn medizinische Termine anstehen oder es zu gesundheitlichen Problemen kommt."

Dass die ePA mittlerweile in der Versorgungsrealität angekommen ist, zeigt eine Umfrage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Demnach haben 80 Prozent der Ärztinnen, Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten schon Dokumente in Akten eingestellt. Besonders beliebt in den Praxen sind die Medikationslisten der Versicherten, die eine Übersicht über die Medikamentenverordnungen geben.

Passgenaue individuelle Versorgung als Ziel

Das volle Potenzial der elektronischen Patientenakte wird sich aber erst in einiger Zeit entfalten, denn erst mit der Zeit kommen nun Schritt für Schritt weitere praktische Anwendungen hinzu. Genauso wichtig ist aber: Die Politik hat verstanden, dass die ePA eine zentrale Rolle im Gesundheitswesen der Zukunft einnehmen muss. Dementsprechend nimmt die ePA in der aktualisierten Digitalisierungsstrategie des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) eine gestärkte Rolle ein. So soll die Weiterentwicklung der Akten vorangetrieben werden, sodass die Nutzerinnen und Nutzer von mehr nutzenstiftenden Anwendungen profitieren. 

Was aber zu einem richtigen Gamechanger werden kann, ist die ebenfalls geplante vereinfachte und bessere Datennutzung. Nach Zustimmung der Versicherten sollen die ePA-Daten von den Kassen genutzt werden können, um individuelle Empfehlungen auszuspielen und damit eine passgenaue Versorgung zu ermöglichen. 

Hinweise

Die Nutzerzahlen der TK-Versicherten stammen aus Auswertungen der TK. Die Zugriffe von Arztpraxen wurden von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung in einer Umfrage erhoben. Informationen rund um die ePA finden Sie hier