Das Projekt  TeleDermatologie verfolgte das Ziel, die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Hauterkrankungen durch multidisziplinäre, sektorenübergreifende und digitale Versorgungsstrukturen zu verbessern. Dazu wurden telemedizinische Konsile zwischen Haus- und Fachärzten etabliert. Die Schwerpunkte lagen im Aufbau telemedizinischer Netzwerkstrukturen. 

Erfahrungen aus dem Erfolgsprojekt

Mit dem teledermatologischen Konsil konnten in der Projektlaufzeit über 1.000 Patientinnen und Patienten versorgt werden. Mit einem Durchschnittsalter von rund 53 Jahren entsprachen die Teilnehmenden dem erwarteten Populationsalter für dermatologische Behandlungsbedarfe. Die statistischen Tests der Projektevaluation zeigen, dass die Versorgung verbessert werden konnte. So hat sich die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten durch die teledermatologische Behandlung statistisch signifikant verbessert. Gleichzeitig konnte der Bedarf an weiteren dermatologischen Konsultationen gesenkt werden. Denn im Vergleich zur Kontrollgruppe haben die Patientinnen und Patienten mit telekonsiliarischer Beratung seltener (statistisch stark signifikant) einen Dermatologen bzw. eine Dermatologin zur weiteren Behandlung aufgesucht.

Telekonsile als Blaupause für digitale Versorgung

Mit zeitlich asynchronen Telekonsilen können ärztliche Anfragen und Auskünfte unkompliziert in digitaler Form erteilt werden. Aus dem Evaluationsbericht unseres Projektes wissen wir bereits, dass durch den zeitnahen telekonsiliarischen Rat wertvolle stationäre Kapazitäten für schwere Fälle geschont werden. Außerdem sparen Patientinnen und Patienten durch die konsiliarische Leistung bei ihrem Hausarzt Wegstrecken und Fahrtzeiten. Denn gerade im ländlichen Raum sind Dermatologinnen und Dermatologen rar. Mit der digitalen fachärztlichen Expertise kann zukünftig auch in anderen Bereichen die Versorgung verbessert werden. Neben der Dermatologie bieten sich zum Beispiel auch die Augenheilkunde, Kardiologie oder Diabetologie für telemedizinische Konsiliarleistungen an.

Zukunftsaussichten des Versorgungsansatzes

Aus dem Innovationsfonds wurden und werden in Mecklenburg-Vorpommern zahlreiche innovative Versorgungsansätze mit GKV-Mitteln gefördert.  Ziel ist es, die qualitative Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland weiterzuentwickeln. Als besonders vielversprechend gelten digitale und sektorenübergreifende Projekte. 

Damit die Innovationskraft im deutschen Gesundheitswesen weiter erhöht wird und die existierenden guten Ansätze nach der Projektphase weiterbestehen können, schlagen wir eine Reform der Innovationsförderung vor. Im ersten Reformschritt muss sichergestellt werden, dass die entwickelten Ansätze auch für die Phase zwischen Projektende und Regelversorgung eine ausreichende Zwischenfinanzierung erhalten. Im zweiten Schritt sollten die Innovationsinstrumente zum Wettbewerbsfeld der Krankenkassen werden. Nur wenn die Kassen über ein festes Investitionsbudget verfügen können, das sich an der Zahl ihrer Mitglieder bemisst, haben die Versicherten in Deutschland langfristig eine Chance auf eine systemimmanente Innovationsdynamik im Gesundheitswesen.

Nahezu alle teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte, wünschen sich die Überführung der TeleDermatologie in die Regelversorgung. Dafür setzen wir uns, im Sinne unserer Versicherten, gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern ein. Ergänzt wird die digitale Dermatologie von unserem Online-Hautcheck.