Stuttgart, 6. Oktober 2023. Die Chancen und Perspektiven für junge Nachwuchsmedizinerinnen und -mediziner in der ambulanten ärztlichen Versorgung waren in Baden-Württemberg nach Einschätzung der Techniker Krankenkasse (TK) noch nie so gut wie heute. "Die TK-DocTour 2023 hat wieder gezeigt, welch große Möglichkeiten sich für motivierte Medizinstudierende eröffnen, sowohl was regionale Präferenzen anbelangt als auch im Hinblick auf die fachliche Ausrichtung und die die Art der Berufsausübung", sagte Nadia Mussa, Leiterin der TK-Landesvertretung anlässlich der TK-DocTour 2023.
 
Bei der Tour erhielten sechs Studierende aus ganz Deutschland auf dem Weg von Ulm über Ravensburg nach Stuttgart viele Infos rund um die Themen Niederlassung, Praxisführung und Digitalisierung. Sie haben von Expertinnen und Experten des Kompetenzzentrums Weiterbildung Baden-Württemberg (KWBW) - dem diesjährigen Partner der TK bei der TK-DocTour - erfahren, wie der Weg nach dem Studium gestaltet werden kann. Ein Höhepunkt der diesjährigen Tour war neben den Praxisbesuchen ein Austausch mit Gesundheitsminister Manne Lucha in Ravensburg.
 
In Baden-Württemberg sind die Voraussetzungen laut Mussa optimal, um trotz abnehmender Hausarztdichte und steigenden Versorgungsbedarfs auch in Zukunft den Patientinnen und Patienten eine hochwertige ambulante Versorgung anbieten zu können: "Die zukunftsorientierte Zusammenarbeit von Ärzteschaft und Krankenkassen sowie landespolitische Förderung gehen einher mit Spitzenmedizin an ausgewählten Standorten. Die Studierenden finden im Bereich Allgemeinmedizin sehr gute Möglichkeiten für Studium und Weiterbildung vor".
 
Damit aus diesen Voraussetzungen eine leistungsfähige ambulante Versorgungswelt mit attraktiven Arbeitsbedingungen für die Medizinerinnen und Mediziner von morgen entsteht, muss nach Einschätzung der TK jetzt richtig gehandelt werden. "Wir brauchen so schnell wie möglich ein flächendeckendes digitales Versorgungsnetz, das einen schnellen Wissenstransfer zwischen ambulantem und stationärem Sektor garantiert", betonte Mussa. Außerdem müsse die Delegation von Aufgaben an nichtärztliche Heilberufe erleichtert werden, damit Ärztinnen und Ärzte sich effektiver einsetzen könnten.
 
Das neue Digitalgesetz eröffne zudem neue Perspektiven in der Telemedizin insbesondere für ländliche Regionen. "Hier werden Hindernisse abgebaut. Ich begrüße deshalb die Ankündigung der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW), dass Patientinnen und Patienten in unterversorgten Gebieten bald docdirekt über eine eigene Rufnummer in Anspruch nehmen können", so die Leiterin der TK-Landesvertretung. Dieses Beispiel zeige, dass Baden-Württemberg bei der Modernisierung der ambulanten Versorgung eine Vorreiterrolle einnehmen könne. Voraussetzung: "Alle Beteiligten im Gesundheitswesen arbeiten weiterhin gut zusammen und nutzen die vorhandenen Chancen."