TK: Frau Puttfarcken, sind Rückenschmerzen ein Thema für die Hamburger?

Maren Puttfarcken: Davon können wir ausgehen, wenn wir die Daten der TK-Versicherten aus dem aktuellen Gesundheitsreport 2019 anschauen. Statistisch gesehen fehlten Hamburger Beschäftigte 2018 im Schnitt jeweils 15,3 Tage am Arbeitsplatz. Davon entfielen allein 1,1 Fehltage auf Rückenprobleme wie Rückenschmerzen oder Bandscheibenprobleme. Allerdings scheint die Belastung in unserer Stadt weniger stark auszufallen als anderswo in Deutschland. Zum Vergleich: Bundesweit fehlten die Beschäftigten rückenbedingt im Schnitt rund 1,3 Tage. Mecklenburg-Vorpommern ist mit 1,8 Tagen einsamer Spitzenreiter. Allerdings sind Schmerzen für Betroffene natürlich immer eine Belastung - unabhängig davon, wie viele Fehltage es am Ende des Jahres sind.

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Maren Puttfarcken

TK: Nach dem Motto "Schmerz lass nach"…

Maren Puttfarcken: Richtig, und allzu oft wird dafür eine Operation am Rücken angeraten. Die Auswertung unseres speziellen Angebots "Zweitmeinung Rücken" hat jedoch ergeben, dass in Hamburg 9 von 10 empfohlenen Rücken-OPs nicht nötig sind. Daran sehen wir, wie wichtig es ist, sich eine zweite Meinung einzuholen. Seit 2010 haben 266 TK-Versicherte Hamburger das Zweitmeinungsangebot vor einem geplanten Eingriff am Rücken genutzt. In fast neun von zehn Fällen - genau sind es 89 Prozent - sprachen sich die Experten gegen eine operative Behandlung aus. Dementsprechend haben sie lediglich 11 Prozent unserer Versicherten die Indikation für eine Operation am Rücken bestätigt.

Seit 2010 haben 266 TK-Versicherte Hamburger das Zweitmeinungsangebot vor einem geplanten Eingriff am Rücken genutzt. In fast neun von zehn Fällen sprachen sich die Experten gegen eine operative Behandlung aus. 
Maren Puttfarcken 

TK: Welche Optionen haben Hamburger, die sich eine zweite Meinung einholen wollen? 

Maren Puttfarcken: Mit dem TK-Angebot "Zweitmeinung bei Wirbelsäulen- oder Gelenkoperation" können unsere Versicherten überprüfen lassen, ob eine Operation an der Wirbelsäule oder am Hüft-, Knie- oder Schultergelenk wirklich notwendig ist. Es betrifft also nicht allein die Eingriffe am Rücken! Ist eine Operation an den Gelenken geplant, können sie sich in einem spezialisierten Schmerzzentrum vorstellen. Hier überprüft ein interdisziplinäres Expertenteam die OP-Empfehlung. In unserer Metropolregion können sich TK-Versicherte die professionelle zweite Meinung in den Schmerzzentren "Rückenzentrum am Michel" und im "Wirbelsäulenzentrum Hamburg-Alsterdorf" einholen.

Hinweis

Bundesweit sind 8 von 10 Rücken-OPs unnötig. Das ergab die Auswertung des TK-Angebots "Zweitmeinung Rücken" in den Jahren 2010 bis 2016 (Stand: Juli 2018).