Mainz, 4. Januar 2024. Wenn es um die Ernährung geht, ist der Geschmack das wichtigste Kriterium: Darin sind sich 99 Prozent der rheinland-pfälzischen, hessischen und saarländischen Teilnehmenden an der Forsa-Umfrage "Iss was, Deutschland" im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) einig. Gleich an zweiter Stelle steht bei 93 Prozent der Aspekt, dass das Essen gesund sein soll. "Bei näherer Betrachtung sieht man, dass Wunsch und Wirklichkeit zwei verschiedene Paar Schuhe sind", sagt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung in Rheinland-Pfalz. Denn nach eigenen Angaben essen nur 58 Prozent der Menschen in Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland täglich frisches Obst und Gemüse, drei Prozent geben sogar an, ganz darauf zu verzichten. Dabei sind eher Männer "Obst- und Gemüsemuffel" als Frauen.

Nachhaltigkeit im Fokus

Gut vier von fünf Umfrageteilnehmenden (82 Prozent) achten nach eigener Aussage bei der Ernährung bewusst auf das Thema Nachhaltigkeit - bundesweit sind es 77 Prozent. Zusammen mit dem Tierwohl sind ökologische Aspekte die häufigsten Gründe, ganz oder teilweise auf Fleisch und tierische Produkte zu verzichten. Komplett vegetarische Ernährung ist dabei eher eine Seltenheit. Dies praktizieren nur zwei Prozent, dafür bezeichnet sich fast jeder oder jede Fünfte (19 Prozent) in der Region mittlerweile als Flexitarier oder Flexitarierin mit vermindertem Fleischkonsum.

"Es sind oft praktische Gründe, die als Hindernis zu einer gesunden oder nachhaltigen Ernährung wahrgenommen werden", sagt Jörn Simon. In den drei Bundesländern fehlt es fast jedem oder jeder Zweiten dafür an Zeit und Ruhe (49 Prozent) und jedem oder jeder Dritten an Durchhaltevermögen (34 Prozent). Männer geben doppelt so häufig wie Frauen an, dass ihnen die Kenntnisse über gesunde Ernährung wie auch die nötigen Kochkenntnisse fehlen. Auch die Vereinbarkeit einer gesunden Ernährung mit ihrem Job fällt mehr Menschen in Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland schwer als dem bundesweiten Durchschnitt (36 gegenüber 27 Prozent). 

Menschen setzen auf regionale und saisonale Lebensmittel

Nachhaltige Produkte sind nach eigenen Abgaben für mehr als sechs von zehn Befragte (62 Prozent) zwischen Rhein, Main und Saar schwer zu erkennen und für 45 Prozent zu teuer. Dazu geht jeder oder jede Dritte davon aus, mit seinem Kaufverhalten ohnehin nichts bewirken zu können. Jedoch setzen die Menschen in Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland mehrheitlich auf ihre Region - 86 Prozent kaufen gezielt regional und 80 Prozent saisonale Lebensmittel. 

"Das starke gesellschaftliche Bewusstsein für eine gesunde und nachhaltige Ernährung ist insgesamt ermutigend. Bedeutend für die Umsetzung ist ein preiswerter Zugang sowie die Vereinbarkeit mit dem Alltag. Viele Menschen kann man durch Gemeinschaftsverpflegung erreichen, sei es in Kitas, Schulen oder Betrieben. Ein umfangreiches Informationsangebot ist wichtig, denn es ist nicht selbstverständlich, dass jede und jeder weiß, wie man sich gesund und nachhaltig ernährt", so Simon. Die TK unterstützt ihre Versicherten mit vielen Angeboten auf dem Weg zu einer gesünderen und nachhaltigen Ernährung. Das interaktive TK-ErnährungsCoaching begleitet Interessierte ganz individuell dabei, langfristig ihre Ernährungsziele zu erreichen. Außerdem bezuschusst die TK Ernährungskurse vor Ort oder digital. Darüber hinaus unterstützt die TK Arbeitgeber , Kitas , Schulen und Hochschulen fachlich und finanziell bei der Umsetzung von Ernährungsprojekten.

Hinweis für die Redaktion

Für die bevölkerungsrepräsentative, telefonische Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa vom 2. bis 26. Mai 2023 bundesweit insgesamt 1.704 Personen ab 18 Jahren zu ihrem Ernährungs- und Trinkverhalten, davon 200 in der Region Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland.