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Neben Gluten ist Laktose der Lieblingsfeind vieler Ernährungsgurus. Beim Blick auf die Regale im Supermarkt oder Discounter könnte man vermuten, dass die meisten Menschen eine Laktoseunverträglichkeit haben: Das Angebot an laktosefreien Produkten ist riesig. Haben diese Produkte einen gesundheitlichen Nutzen? Wie viele Menschen leiden an einer Laktoseintoleranz?
Warum Milch und Milchprodukte nicht so schlimm sind, wie manche denken:

Laktose in der Gerüchteküche

Krank durch Milch? Zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Milch sowie zu Laktoseintoleranz existieren viele Gerüchte. In den Medien und sozialen Netzwerken verbreiten diese sich schnell. Parallel bieten Supermärkte vermehrt laktosefreie Lebensmittel an. Die Umsätze mit diesen Produkten steigen kontinuierlich. Hinter der Bezeichnung "frei von … " vermuten viele Verbraucher einen gesundheitlichen Nutzen und nehmen die erhöhten Preise in Kauf.

Die langen Regale mit laktosefreien Lebensmitteln und die widersprüchlichen Gerüchte über Milch können verunsichern. Betrachtet man jedoch die Zahlen, existieren Milchzuckerunverträglichkeiten seltener als es das Angebot an Speziallebensmitteln vermuten lässt:

  • Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) leiden 15 bis 20 Prozent der Menschen in Deutschland an einer Laktoseintoleranz.
  • 80 Prozent der Käufer von laktosefreien Alternativen haben keine ärztlich diagnostizierte Milchzuckerunverträglichkeit.
  • 82 Prozent der Befragten der TK-Ernährungsstudie aus dem Jahr 2017 geben an, essen zu können, was sie wollen.

Für wen sind laktosefreie Milchprodukte sinnvoll?

In besagten Produkten ist die Laktose bereits aufgespalten. Menschen mit einer Intoleranz können diese ohne unangenehme Beschwerden genießen. Das erleichtert die alltägliche Ernährung und fördert die Lebensqualität.

Für Menschen, die Milch und Milchprodukte gut vertragen, sind die Spezial-Lebensmittel medizinisch nicht erforderlich. Sie bieten keine gesundheitlichen Vorteile.

Hinzu kommt, dass etwa die Hälfte der Menschen mit einer Unverträglichkeit noch kleine Mengen Laktose verarbeiten kann.  Der Griff zum laktosefreien Produkt ist nicht immer notwendig. Wie viel Laktose man noch verträgt, kann ein Arzt feststellen.

Was bedeutet Laktoseintoleranz?

Laktose (Milchzucker) ist ein Zucker und natürlicher Bestandteil von Milch. Er besteht aus zwei Zuckermolekülen, dem Schleimzucker (Galaktose) und dem Traubenzucker (Glukose). Laktase, ein Enzym, spaltet die Laktose in diese beiden Teile. Wenn der Dünndarm zu wenig Laktase bildet, liegt eine Laktoseintoleranz vor. Diese kann dann kaum bis gar nicht verdaut werden.

Zu den Hauptsymptomen zählen:

  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Unwohlsein
  • Durchfälle
  • Blähungen
  • Kalter Schweiß

Wenn nach dem Verzehr von Milch oder Milchprodukten Beschwerden auftauchen, sollte man keine Selbstdiagnose stellen. Laktose muss nicht zwingend der Bösewicht sein. Ein Arzt kann eine Unverträglichkeit gesichert diagnostizieren.

Weitere Informationen

Lieber nicht komplett auf Milch verzichten

Der Verzicht auf ganze Lebensmittelgruppen kann zu einem Nährstoffmangel führen. Um das zu vermeiden, können sich Menschen mit einer Laktoseintoleranz Unterstützung bei ihrem Arzt oder einer Ernährungsberatung holen.

Menschen ohne Lebensmittelunverträglichkeit müssen hingegen gar nicht auf Milch und Milchprodukte verzichten. Wenn Sie sich auch ohne Intoleranz mit einer laktose- oder milchfreien Ernährung wohler fühlen, ist das natürlich super. Aber Milch ist nicht so schlimm, wie es die Gerüchteküche sagt.

Milch ist wichtig für die Nährstoffversorgung

Milch ist seit Tausenden von Jahren Bestandteil der Ernährung. Als Grundnahrungsmittel versorgt es den Körper mit vielen Proteinen und Nährstoffen, von Calcium über Jod bis zu den Vitaminen A, B und D.

Wertvollste Calciumquelle

Die DGE empfiehlt Erwachsenen, täglich 1000 Milligramm Calcium aufzunehmen. Der Körper kann Calcium aus Milch besser verwerten als aus pflanzlichen Produkten. Das macht Milch zur wertvollsten Calciumquelle.

Diskussionsthema Milch

Für Gerüchte und Schlagzeilen, dass Milch ungesund sei, existieren keine wissenschaftlichen Belege. Für die meisten Menschen bietet der Verzehr von Milch und Milchprodukten gesundheitliche Vorteile, etwa der Schutz vor Krankheiten und die Verbesserung der Darmflora. Nicht umsonst weist der Ernährungswissenschaftler Dr. Malte Rubach in seinem Buch "Plädoyer für die Milch" darauf hin, dass 42 Länder der Welt den Verzehr von Milch und Milchprodukten empfehlen.

Hiervon ausgenommen ist jedoch die Entstehung von Prostatakrebs: Auch wenn die Ursachen mehrheitlich ungeklärt sind, gehen Mediziner davon aus, dass neben Umweltbedingungen auch die Ernährung einen Einfluss auf seine Entstehung haben kann. Das bezieht sich aber nur auf Männer, die täglich mehr als 1,25 Liter Milch aufnehmen.

Empfehlungen zum Verzehr von Milchprodukten

Laut der DGE sollten Erwachsene täglich ungefähr einen Viertelliter fettarme Milch (beziehungsweise Joghurt oder Buttermilch) und 50 bis 60 Gramm Käse verzehren. Das entspricht zum Beispiel 200 Gramm Joghurt und ein bis zwei Scheiben Käse.

Diese Zahlen sind nur als Orientierungshilfe gedacht und können an den individuellen Ernährungsplan angepasst werden.

Lassen Sie sich in unserer Rezeptdatenbank inspirieren: Wie wäre es mit Overnight Oats zum nächsten Frühstück?

Übrigens: Wenn Sie kein Fleisch und keinen Fisch essen möchten, sorgt der Verzehr von Milchprodukten im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung für eine ausreichende Nährstoffzufuhr.

Fazit

Milch ist ein wertvolles Lebensmittel und versorgt den Körper mit wichtigen Nährstoffen. Laktosefreie Alternativen sind nicht gesünder als normale Milch und Milchprodukte. Sie verbessern jedoch die Lebensqualität von Menschen mit Laktoseintoleranz und lindern deren Symptome. Für Nicht-Betroffene haben sie keine gesundheitlichen Vorteile.