Die Insulindosis richtet sich nach dem aktuellen Blutzucker, nach der Menge der aufgenommenen Kohlenhydrate und nach der geplanten körperlichen Bewegung:

  • Insulintherapie

Um den richtigen Umgang mit der Insulintherapie zu lernen und sich ein fundiertes Hintergrundwissen über den Diabetes anzueignen, werden für Patienten und auch für ihre Angehörigen spezielle Schulungskurse angeboten:

  • Diabetikerschulung

Gesund ernähren - Gewicht reduzieren

Diabetikern wird eine Nahrungsumstellung hin zu ausgewogenen, gesunden Mahlzeiten empfohlen. Außerdem nutzen Ärzte den sogenannten Body-Mass-Index (BMI), um das Körpergewicht der Patienten zu bewerten: Übergewichtige Diabetiker mit einem BMI zwischen 27 und 35 kg/m2 sollten etwa 5 Prozent Ihres Gewichts verlieren. Bei stark übergewichtigen Menschen (BMI > 35 kg/m2) wird sogar eine Gewichtabnahme um mehr als 10 Prozent empfohlen.

Gemeinsam mit dem Ernährungsberater bespricht der Patient die Umstellung seiner Mahlzeiten und legt die tägliche Kalorienmenge fest. Empfehlenswert ist ein tägliches Energiedefizit von 500 bis 800 Kilokalorien. Dies gelingt am besten durch eine Verringerung der Fettzufuhr. Damit kann der Patient innerhalb von sechs Monaten eine Gewichtsabnahme von fünf bis zehn Prozent seines Ausgangsgewichts erreichen.

Ernährungsberater unterscheiden zwischen einer mäßig kalorienbegrenzten (1200 bis 2000 Kilokalorien täglich) und einer drastisch kalorienreduzierten Ernährung (800 bis 1200 Kilokalorien täglich). Die mäßig kalorienbegrenzte Ernährung besteht aus einer ausgewogenen Mischkost, bei der die Fettzufuhr auf 25 bis 30 Prozent der Kalorien beschränkt ist. Diabetiker können diese Form der Ernährung über einen beliebig langen Zeitraum umsetzen.

Eine drastisch kalorienreduzierte Ernährung richtet sich an stark übergewichtige Menschen mit einem Body-Mass-Index über 30 kg/m2. Sie sollte auf wenige Wochen beschränkt werden, da diese Ernährungsform Risiken birgt: Mangelernährung, Blutdruckabfall, verminderte Leistungsfähigkeit oder Verstopfung können auftreten. Schwere Komplikationen sind zum Beispiel Herzrhythmusstörungen und Nierenversagen.

Bei stark kalorienreduzierter Ernährung ist eine engmaschige ärztliche Kontrolle erforderlich. Eine drastisch kalorienreduzierte Kost sollte in eine mäßig kalorienreduzierte Ernährung übergehen, um das Gewicht langfristig zu halten.

Schon gewusst?

"Spezielle Diabetiker-Produkte oder Diät-Lebensmittel sind bei Diabetes mellitus gar nicht nötig", sagt Petra Rudnick vom TK-Ärztezentrum und ergänzt: "Seit einiger Zeit werden diese Lebensmittel aus dem Handel genommen und dürfen nicht mehr mit der speziellen Bezeichnung 'Zur besonderen Ernährung bei Diabetes mellitus im Rahmen eines Diätplanes' gekennzeichnet werden."

Bewegung für gute Insulinwirkung

Körperliche Aktivität ist der Schlüssel für eine gute Insulinwirkung. Bewegung macht die Zellen sensibler für das lebenswichtige Hormon. Es kann seine Wirkung besser entfalten und der Blutzucker sinkt. Bewegung und Sport senkt gleichzeitig auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Dir Aktivitäten müssen noch nicht einmal schweißtreibend sein. Wer zum Beispiel täglich (oder zumindest an fünf Tagen in der Woche) eine halbe Stunde zügig spazieren geht oder zügig Fahrrad fährt, hat seinem Köper bereits sehr viel Gutes getan. Die Insulinempfindlichkeit steigt. Neben dem Blutzucker verbessern sich auch die Blutfette und der Blutdruck.

Wichtig zu wissen:

Die körperliche Aktivität führt nicht immer zu einer Gewichtsabnahme, wenn man nicht gleichzeitig die Ernährung umstellt. Auch wenn die Pfunde nach dem Sport nicht sofort purzeln, stellt sich der positive Effekt gegen die Insulinresistenz auf jeden Fall ein.

Alkoholkonsum kann gefährlich werden

Alkohol lässt zwar zunächst den Blutzucker ansteigen (da er ja auch ein Zucker ist), hemmt dann aber die Neubildung von Zucker in der Leber und kann das Risiko einer Unterzuckerung erhöhen. Diabetiker sollten deshalb nur moderat  Alkohol trinken und zusätzlich Kohlenhydrate essen.