Die neuen Pfändungsfreigrenzen gelten vom 1. Juli 2022 bis zum 30. Juni 2023. Sie wurden am 25. Mai 2022 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Sie wurden angehoben, weil auch der steuerliche Grundfreibetrag im Rahmen des Steuerentlastungsgesetzes auf 10.347 Euro gestiegen ist (vorher 9.744 Euro).

Demnach liegt der unpfändbare Grundbetrag nun bei 1.330,16 Euro im Monat (vorher 1.252,64 Euro). Kommen unterhaltsberechtigte Angehörige dazu, erhöht sich der Pfändungsfreibetrag. Der Grund: So sollen das Existenzminimum und Unterhaltsverpflichtungen gesichert werden.

Nicht alle Gehaltsbestandteile unterliegen einer Pfändung. Ausgenommen sind beispielsweise Erziehungsgelder, Aufwandsentschädigungen oder Gefahrenzulagen. Bei einer Vollstreckung von Unterhaltsverpflichtungen gelten ebenfalls Sonderregeln. Die Regelungen zum Pfändungsschutz sind in der Zivilprozessordnung festgehalten (§ 850 ff. ZPO).

BMJ stellt Tabelle zur Verfügung

Das Bundesjustizministerium stellt die neuen Werte in einer Broschüre zur Verfügung. Pro Gehaltsstufe gelten bestimmte Pfändungsgrenzen - abhängig von der Anzahl der Angehörigen, für die Unterhaltspflicht besteht.

Für ein monatliches Nettoeinkommen zwischen 2.950 Euro und 2.959,99 Euro gelten beispielsweise diese Grenzen:

Anzahl unterhaltspflichtiger Personen

Pfändbarer Betrag bei monatlichem Nettoeinkommen von 2.950 bis 2.959,99 Euro

0

1.133,89 EUR

1

559,61 EUR

2

336,13 EUR

3

168,43 EUR

4

56,50 EUR

5 und mehr

0,36 EUR

Weitere Informationen beim BMJ

Erklärungen, rechtliche Grundlagen und die Broschüre "Pfändungsfreigrenzen für Arbeitseinkommen" mit allen aktuellen Pfändungsgrenzbeträgen finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums der Justiz (BMJ).