Zu einer gut entwickelten Medienkompetenz zählt, die richtige Balance für On- und Offline-Momente zu lernen sowie einen selbstbestimmten und selbstverantwortlichen Umgang mit Medien zu erreichen. Wer seinen Medienkonsum damit sinnvoll einsetzt und selbst steuert, beugt psychischen Erkrankungen - wie einem Überlastungssyndrom oder einer Internetsucht - vor und bleibt gesünder. Wer seine technischen Geräte flink und gezielt bedient, zeigt ebenso einen medienkompetenten Umgang. Er weiß etwa, wie er Benachrichtigungen so einstellen kann, dass sie nicht dauernd störend aufpoppen. Solche technischen Fertigkeiten allein reichen aber für die heutigen Lebenswelten nicht mehr aus. 

Digitale Selbstbestimmung schützt alle

Wir alle leben heute in Freizeit und Beruf in vielen verschiedenen digitalen Lebensräumen. Hierdurch hat sich auch die Zielgruppe geändert, die einen reflektierten Medienkonsum braucht, um gesund zu bleiben. Noch vor fünf Jahren standen vor allem Jugendliche im Fokus, weil sie mitunter stundenlang dem Computerspiel frönten. Heute ist es eine ganze Gesellschaft, die lernen muss, wie sie am besten mit dem digitalen Wandel umgeht und sich anpasst - vom Kleinkind bis zum Erwachsenen. Beim jeweiligen Medienkontakt gilt es aber natürlich zu berücksichtigen, in welcher Lebensphase sich ein Mensch gerade befindet. Gerade für kleine Kinder gilt: virtuell ist cool - analog erst recht! 

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Bei Kindern und Jugendlichen kann der Übergang von harmloser Mediennutzung zum exzessiven Konsum fließend sein. Eltern fühlen sich mit den vielfältigen technischen Möglichkeiten häufig überfordert und sind verunsichert. Professionelle Berater der Suchthilfe, Pädagogen und Lehrkräfte werden zunehmend mit Fragen zum problematischen Medienkonsum konfrontiert. Auch Cybermobbing wird im digitalen Zeitalter zunehmend zum Problem. Die TK in Hessen fördert Medienprojekte auf den verschiedensten Ebenen, um Unterstützung zu bieten und Orientierung zu geben.

Gemeinsam gegen Cybermobbing - Law4school

Annähernd 90 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen zwölf und 19 Jahren surfen täglich im Internet. Rund drei von vier Jugendlichen nutzen dafür ihr Handy. Der Messenger-Dienst WhatsApp ist für fast 90 Prozent der befragten Kids die wichtigste Anwendung auf dem Smartphone und der zentrale Kommunikationskanal. (Quelle: JIM-Studie 2017). Die Netzpräsenz der Jugendlichen dient vielfach der sozialen Interaktion - im guten wie im schlechten Sinn. Cybermobbing etwa, ist eine negative Form, wie Jugendliche die digitalen Medien einsetzen. Mobbing ist an sich dabei natürlich kein neues Phänomen, durch die Möglichkeiten übers Internet zu mobben, erreichen die Täter aber neue Dimensionen. Cybermobbing ist eine Mobbing-Form, die sich immer stärker ausbreitet.

Die TK setzt sich mit dem Projekt  Law4school gezielt gegen Cybermobbing ein.  Die Rechstanwältin Gesa Stückmann bietet hierfür spezielle Webinare an, die sich an Jugendliche der 5. bis 7. Klassen richten. Thema: "Psychische Folgen und rechtliche Konsequenzen von Cybermobbing".  Hessische Schulen können sich jederzeit klassenweise oder auch für Elternabende über die Website von Law4school zu den Webinaren anmelden.

Medienkompetenz fördern

Die Hessische Landesstelle für Suchtfragen (HLS) e. V. bietet in Kooperation mit der TK, das Projekt "Netz mit Web-Fehlern" an. Das Projekt zielt darauf ab, die Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen, Eltern und pädagogischen Fachkräften zu fördern. Die Medienbildung in diesem Projekt trägt dazu bei, das Risiko von exzessivem Medienkonsum zu reduzieren.

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webcare+

Ein weiteres Projekt der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen e. V. und der TK-Landesvertretung Hessen ist das Portal webcare+. Es unterstützt  Menschen, die sich über virtuelle Welten sowie die Möglichkeiten, Grenzen und Risiken der digitalen Welt informieren wollen. Die Website bietet eine Anlaufstelle für Menschen, die sich gezielt zum Thema Medienkonsum, Onlinespiele und Internet schlau machen wollen.

Infoportal webcare+

Das Herzstück des Angebots ist der Blog, in dem sich Beiträge zu den relevanten Themen der digitalen Medien finden. Die Gründe, aus denen sich Menschen über das Portal zu Medienthemen informieren wollen, sind mannigfach: Vom generellen Interesse am Thema Medienkonsum, über besorgte Angehörige - etwa, weil ein Familienmitglied anscheinend zu viel Zeit im Internet verbringt - bis hin zum selbst reflektierten zu hohen Medienkonsum.

Darüber hinaus bietet webcare+ Webinare an, die zum direkten Austausch anregen und auch als Hilfe zur Selbsthilfe gedacht sind. Ein Beispiel dafür bietet die Aufzeichnung eines Webinars zum Thema Selbstdarstellung im Internet: "Mein Perfektes Ich in der digitalen Scheinwelt". Ein weiteres Selbsthilfeangebot ist der mögliche Kontakt zu den jeweiligen Fachstellen für Suchtprävention, an die sich Betroffene und Angehörige wenden können. Webcare+ ist ebenso in den sozialen Medien Twitter und Facebook  sowie im Video-Kanal YouTube vertreten.