Am 16. und 17. Januar fand zum zweiten Mal das Symposium "KI in der Medizin" am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg statt. An den beiden Tagen drehte sich alles um die Anwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) in Forschung, Medizin und Gesundheitswesen. Die TK war als Kooperationspartner mit dabei. Die TK-Kollegin Dr. Martina Schneider hat dabei in einem Vortrag erläutert, wie es Projekte und Ideen in die Versorgung schaffen können. Denn trotz vieler guter Ansätze aus der Wissenschaft gibt es bei der Überführung in die Regelversorgung noch häufig Herausforderungen.

Zwei wichtige Wege in die Versorgung

Sollen neuartige Ansätze in die Versorgung gelangen, gibt es insbesondere zwei mögliche Wege: den Innovationsfonds und die Besondere Versorgung. Beide Instrumente setzen an unterschiedlichen Punkten an.

1. Innovationsfonds

Der Innovationsfonds fördert Projekte, die ein klar definiertes Versorgungsproblem adressieren, das mit unerprobten, innovativen Ansätzen gelöst werden soll. Hierzu schließen sich Projektpartner aus den verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens zusammen, die das Projekt gemeinsam entwickeln und umsetzen. Der Ablauf ist dabei strikt vorgegeben und von der Beantragung über die Durchführung bis zur Evaluation vergehen mehrere Jahre. 

Idealtypisch sieht der Prozess der Entwicklung eines Innovationsfondsprojekts wie folgt aus:

  1. Feststellung des Problems, z.B. einer konkreten Versorgungslücke
  2. Entwicklung eines Lösungsansatzes mit einem realistischen Umsetzungsplan
  3. Frühzeitige Einbindung verschiedener Projektpartner
  4. Gemeinsame Erarbeitung der Lösung
  5. Einreichung des Innovationsfondsprojekts

Weg in die Regelversorgung komplex

Wie kann es gelingen, erfolgreiche Innovationsfondsprojekte in die Regelversorgung zu überführen? Ein großes Hindernis besteht oftmals darin, die Forschungsbedingungen während der Projektlaufzeit in den realen Versorgungskontext zu überführen. Dazu muss ein Konzept bestehen, das den Zeit- und Ressourcenaufwand einer solchen Überführung angemessen berücksichtigt und klar festlegt, wer zu welcher Zeit Verantwortung trägt - auch nach Ende des Projekts. Wichtig ist zudem, Partnerinnen und Partner aus unterschiedlichen Bereichen einzubeziehen - das stärkt von Beginn an die Akzeptanz unter allen Beteiligten. Im Standpunkt geht LV-Interims-Leiter Daniel Konrad zudem darauf ein, was sich am Innovationsfonds ändern muss, um ihn praxistauglicher zu machen. 

2. Besondere Versorgung

Die zweite Möglichkeit, mit der innovative Ansätze in die Versorgung gelangen können, ist die Besondere Versorgung - auch Selektivverträge genannt. Das sind Verträge zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern, die bereits bestehende Versorgungselemente interdisziplinär miteinander verknüpfen. Dadurch wird den Krankenkassen die Möglichkeit gegeben, ihren Versicherten eine besondere und über die Regelversorgung hinausgehende Versorgung anzubieten. 

TK-Innovationsportal als Anlaufstelle

Um die Versorgung ihrer Versicherter kontinuierlich zu verbessern, ist die TK stets daran interessiert, sich an interessanten Projekten zu beteiligen. Akteurinnen und Akteure mit einer interessanten Idee können diese jederzeit über das  TK-Innovationsportal einreichen. Expertinnen und Experten der TK bewerten anschließend das Vorhaben und entscheiden, ob eine Beteiligung der TK möglich ist.