Besondere Bedeutung kommt zukünftig der intra- und intersektoralen Vernetzung der Akteure im Gesundheitswesen zu. Hier kann Digitalisierung helfen, die Kommunikation zu erleichtern, Übertragungsfehler zu vermeiden und Versicherten, gerade in Zeiten der Corona-Pandemie, eine kontaktlose Alternative in der Gesundheitsversorgung anzubieten. Aus diesen Gründen sind nach Einschätzung der TK folgende Punkte umzusetzen:

  • Digitale Gesundheitsversorgung braucht schnelles Internet
  • Verbindliche Digitalstrategie für den Gesundheitsbereich schaffen
  • Digitale Kompetenzen im Land stärken
  • Gesundheitsdaten sinnvoll für die Versorgung und Versorgungsforschung nutzen

LV-Leiterin Steffi Suchant zur Digi­ta­li­sie­rung

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Digitale Gesundheitsversorgung braucht schnelles Internet

Voraussetzung für die Unterstützung der medizinischen Versorgung durch digitale Angebote ist ein leistungsfähiger Netzausbau. Besonders in ländlichen Gebieten, in denen nicht alle medizinischen Professionen ansässig sind, bietet die Telemedizin besonders großes Potenzial, die Versorgung vor Ort nachhaltig zu sichern. Die Landesregierung misst dem Thema Digitalisierung im Koalitionsvertrag einen hohen Stellenwert bei. So findet sich dort unter anderem die Aussage, dass der flächendeckende Breitbandausbau (Glasfaser und Gigabit) durch Bereitstellung von Landesmitteln über das Corona-Sondervermögen sowie von EU-Fördermitteln gefördert wird.

Verbindliche Digitalstrategie für die Gesundheitsversorgung schaffen

Digitale Versorgungsangebote müssen konsequent in funktionierende Behandlungsabläufe überführt werden. Dafür ist eine Digitalstrategie notwendig, die die Versorgung des ganzen Landes im Blick hat. Diese sollte "aus einer Hand" koordiniert und Expertinnen und Experten frühzeitig in die Strategiefindung einbezogen werden. Ziel muss es sein, zeitnah eine konsentierte, landesweit verbindliche Digitalstrategie für die Gesundheitsversorgung zu entwickeln und in die Umsetzung zu bringen.

Digitale Kompetenzen im Land stärken

Digitale Gesundheitsanwendungen werden nur dann akzeptiert, wenn sie einen Mehrwert bringen. Voraussetzung für die Akzeptanz dieser Neuerungen ist Kompetenz, mit den neuen Angeboten auch umgehen zu können. Dies gilt sowohl für die im Gesundheitswesen Tätigen als auch für die gesamte Bevölkerung. Mit einer altersunabhängigen Bildungsoffensive sollte es dem Land gelingen, die Digitalkompetenz der Bevölkerung im Gesundheitsbereich innerhalb der nächsten fünf Jahre zu stärken.

Gesundheitsdaten sinnvoll für Versorgung und Forschung nutzen

Die datenschutzkonforme Nutzung von Gesundheitsdaten hat eine enorme Bedeutung für den optimalen Schutz von Leben und Gesundheit. Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig es ist, Daten freiwillig unter Einhaltung des Datenschutzes zu nutzen, um Menschen vor Krankheit zu schützen. Vor allem in einer stark alternden Bevölkerung wie Sachsen-Anhalt hat dies bei zeitgleichem Vorliegen mehrerer Erkrankungen (Multimorbidität) das Potenzial, maßgebliche Erkenntnisse zum Beispiel bei der Einnahme verschiedener Medikamente zu generieren.  

Es besteht ein dringender Bedarf an Datenerhebungs- sowie Auswertungsmöglichkeiten, um die Versorgung individueller und auf hohem Qualitätsniveau zukunftssicher zu gestalten. Auch die Möglichkeiten der Krankenkassen zur Datennutzung und Datenverarbeitung sind auszuweiten, damit diese die ihnen zugewiesenen, im Sozialgesetzbuch vorgesehenen Aufgaben noch besser erfüllen und als Gesundheitspartner die Versorgung mitgestalten können.

Interview mit Ministerin Dr. Lydia Hüskens zur Digitalisierung in Sachsen-Anhalt

Interview mit Prof. Daniel Sedding zum Projekt DigitHAL

Posi­tion der TK Sach­sen-Anhalt zur Digi­ta­li­sie­rung im Gesund­heits­wesen

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