TK-Umfrage: Fast jeder Dritte hat Schwierigkeiten bei der Arztsuche
Pressemitteilung
- 31 Prozent der Menschen in Deutschland haben Schwierigkeiten, bei neuen gesundheitlichen Beschwerden eine geeignete Arztpraxis zu finden.
- 64 Prozent können sich vorstellen, eine medizinische Ersteinschätzung zu nutzen.
- TK-Chef Baas fordert Primärversorgung nach Krankheitsbild.
Hamburg, 22. Januar 2026. Was tun bei Bauchschmerzen oder Schwindel? Die Suche nach der passenden Arztpraxis ist für viele Menschen in Deutschland eine Herausforderung. Eine aktuelle repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt: 31 Prozent der Befragten haben Schwierigkeiten, bei neuen gesundheitlichen Beschwerden eine geeignete Arztpraxis zu finden.
Die richtige Arztpraxis finden
"Wer krank ist, braucht schnell Klarheit, was der richtige Weg ist. Doch genau an dieser Problem-Lösungskette ist unser Gesundheitssystem nicht optimal aufgestellt", sagt Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK. "Statt klarer Anlaufstellen und frühzeitiger Unterstützung sind Hilfesuchende oft auf sich allein gestellt. Sie müssen herausfinden, welche Fachrichtung ihnen helfen kann, Praxen abtelefonieren, auf Termine warten und landen möglicherweise doch an der falschen Stelle. Das kann so nicht weitergehen."
Ersteinschätzung für schnellere Hilfe: 64 Prozent offen dafür
Für einen zielgenaueren Zugang zur ärztlichen Versorgung, fordert die TK deshalb eine verbindliche, systematische Ersteinschätzung des medizinischen Anliegens - noch bevor überhaupt ein Termin vereinbart wird. "Die Ersteinschätzung kann Symptome sofort einordnen, klären, ob ein Arztbesuch nötig ist und eine geeignete Fachrichtung empfehlen", erklärt Baas.
Die Bereitschaft, eine solche Ersteinschätzung zu nutzen, ist hoch: 64 Prozent der Menschen in Deutschland können sich das vorstellen. Besonders jüngere Befragte zwischen 18 und 39 Jahren sind offen dafür (79 Prozent). Die Ersteinschätzung sollte aus Sicht der TK ärztlich entwickelt werden und an allen Zugangspunkten ins System verfügbar sein, also digital per App, aber auch am Praxistresen, telefonisch oder in der Notaufnahme.
Erst Haus-, dann Facharzt? TK fordert Koordination nach Krankheitsbild
Ergebnis der Ersteinschätzung kann ein Termin bei einer Haus- oder Facharztpraxis, eine telemedizinische Behandlung oder Beratung durch medizinisches Personal sein. Mit Blick auf das von der Regierung geplante Primärversorgungssystem sagt Baas: "Wer ärztliche Hilfe braucht, soll diese schnell von der passenden Stelle erhalten. Die Primärversorgung sollte daher nicht ausschließlich bei der Hausarztpraxis liegen, sondern immer bei der Fachrichtung, die sich mit dem jeweiligen Krankheitsfall am besten auskennt." Ist kein Arzttermin nötig, soll die Ersteinschätzung auf geeignete Informationsangebote, zum Beispiel von Krankenkassen, verweisen.
Arztpraxen, Websites, Social Media: Informationsquellen bei der Arztsuche
Aktuell greifen die Menschen in Deutschland noch auf viele verschiedene Anlaufstellen zurück, um die passende Facharztrichtung zu finden. Die große Mehrheit gab an, ihren Arzt oder ihre Ärztin zu konsultieren (84 Prozent). 64 Prozent fragen ihre Familie oder im Freundeskreis nach Arztempfehlungen, während 42 Prozent sich die Websites von Arztpraxen ansehen. Auf Terminportalen und -apps informieren sich 29 Prozent. Auch soziale Medien spielen eine Rolle: 26 Prozent recherchieren dort.
Hinweis für die Redaktion
Für die bevölkerungsrepräsentative, telefonische Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse befragte das Meinungsforschungsinstitut forsa vom 25. September bis 21. Oktober 2025 bundesweit insgesamt 1.410 Personen ab 18 Jahre (mind. 200 Personen pro Ländergebiet) mit anschließender Proportionalisierung der Gesamtergebnisse.
Die Forderungen der TK für eine zukunftsfähige ambulante Versorgung gibt es in der TK-Position "Digital vor ambulant vor stationär" .