Öffentlichen Gesundheitsdienst stärken
Gesundheit bedeutet Verantwortung mit Blick aufs Ganze: Aus TK-Sicht muss der öffentliche Gesundheitsdienst gestärkt werden.
Spätestens die Covid-19-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig der öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) im deutschen Gesundheitssystem ist. Dieser ist derzeit jedoch strukturell durch eine unzureichende personelle Ausstattung sowie eine stark medizinisch ausgerichtete Präventionsexpertise limitiert.
ÖGD: Rechtliche Grundlagen fehlen
Es fehlt an langfristiger politischer Priorisierung. Rechtliche Grundlagen, die Gesundheitsförderung und Primärprävention verbindlich im ÖGD verankern, fehlen in den Landesgesetzen.
Daher muss aus TK-Sicht der ÖGD als dritte Säule des Gesundheitswesens, neben der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung, mit breiterem Aufgabenspektrum dauerhaft gestärkt werden.
Forderungen der TK
- Der Bereich Prävention und Gesundheitsförderung sollte weiter gefasst werden, damit der ÖGD diese wichtigen Aufgaben gemeinsam mit anderen Akteuren vor Ort vorantreiben kann. Bisher liegt der Schwerpunkt beim ÖGD überwiegend im medizinischen Bereich.
- Damit der ÖGD eine stärkere Rolle wahrnehmen kann, ist eine nachhaltige Finanzierung aus Steuermitteln sowie der Aufbau personeller und organisatorischer Ressourcen notwendig. Dazu muss der Pakt für den ÖGD verstetigt werden.
- Zudem müssen in den Bundesländern verbindliche gesetzliche Vorgaben verankert werden, die Gesundheitsförderung und Prävention als Kernaufgaben des ÖGD definieren.
Nur mit einer entsprechenden Personalausstattung, einem breiten Aufgabenfeld und einer ausfinanzierten Struktur kann Gesundheitsförderung ihre Wirkung voll entfalten. Die vielfältigen Konzepte der GKV zur Gesundheitsförderung können erst dann nachhaltig wirken, wenn es verlässliche Ansprechpartner und Zuständigkeiten in den Kommunen gibt. Dem muss die Politik Rechnung tragen.