Die TK fördert ganz gezielt Projekte des Betrieblichen Gesundheitsmanagements für professionell Pflegende. Die Projekte werden wissenschaftlich begleitet und evaluiert. 

Bedarfsgerechte Prävention: PROCARE

Unter der Leitung von Prof. Dr. Bettina Wollesen (Universität Hamburg) entwickeln und implementieren Wissenschaftler aus ganz Deutschland ein Präventionsprogramm für Pflegeeinrichtungen, das sich an Pflegekräfte und Pflegebedürftige richtet und überprüfen im Anschluss die Erfolge. Die TK unterstützt das Projekt.

Präven­tion für Pfle­ge­kräfte und Bewohner

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PROCARE ist ein Präventionsprogramm für Pflegeeinrichtungen, das sich an Pflegekräfte und Pflegebedürftige richtet.

Im Rahmen des Projekts werden die Präventionsbedarfe in den unterschiedlichen Einrichtungen detailliert analysiert. Ziel ist die Förderung von Gesundheitspotenzialen über bedarfsgerechte Interventionen. Daraus wird ein Leitfaden für wirksame Präventionsarbeit in Pflegeeinrichtungen mit verschiedenen Grundvoraussetzungen entwickelt.

Grundsätzlich wird der PROCARE-Prozess von allen Pflegeeinrichtungen als positiv wahrgenommen. Prof. Dr. Bettina Wollesen, Leiterin PROCARE

Das Ergebnis des Projekts soll ein Modell sein, wie Präventionsarbeit in Pflegeeinrichtungen mit verschiedensten Grundvoraussetzungen gelingen kann und welche Erfolge mit dem strukturierten Vorgehen (Umsetzung des Leitfadens Prävention) von "PROCARE" für stationäre Pflegeeinrichtungen zu erwarten sind.

Beteiligte Universitäten:

  • Universität Chemnitz
  • Universität Frankfurt
  • Universität Karlsruhe
  • Universität Paderborn
  • Universität Nürnberg-Erlangen
  • Universität Stuttgart
  • Universität Hamburg

Gewaltprävention in der Pflege: PEKo 

Gewaltereignisse im Kontext Pflege gehören zum Alltag, sind aber nach wie vor ein Tabuthema - eine problematische Konstellation für die Betroffenen. Laut einer Studie aus dem Projekt PEKo berichteten 63 Prozent der Pflegekräfte innerhalb der vergangenen sechs Monate körperliche Gewalt durch Bewohnerinnen oder Bewohner erlebt zu haben. 35 Prozent gaben an, körperliche Gewalt an Pflegebedürftigen beobachtet zu haben.

Hier setzt das Modellprojekt PEKo (Partizipative Entwicklung und Evaluation eines mulitmodalen Konzeptes zur Gewaltprävention) an: In Zusammenarbeit mit der Universität zu Lübeck, der Hochschule Fulda, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Universität zu Köln werden Konzepte zur Gewaltprävention - sowohl gegen Pflegebedürftige als auch gegen Pflegekräfte - entwickelt und in einem Netzwerk teilnehmender Einrichtungen etabliert und evaluiert.

Gewalt in der Pflege ist allge­gen­wärtig

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Gewaltereignisse finden nicht nur körperlich, sondern in vielen Fällen auch psychisch satt.

Eine zentrale Rolle nehmen dabei Multiplikatoren aus der Praxis ein: Sie vernetzen die wissenschaftliche Projektbasis mit den Einrichtungen und halten die Projektschritte im Pflegealltag über die Berufsgruppen hinweg nach. So werden gemeinsam mit allen Beteiligten Interventionen entwickelt, um mehr Handlungssicherheit im Umgang mit schwierigen Situationen zu erlangen und somit Gewaltvorfälle zu vermeiden. Dadurch entstehen passgenaue Konzepte, die nachhaltig in den teilnehmenden Einrichtungen verankert werden. Derzeit nehmen rund 50 Pflegeeinrichtungen an PEKo teil. Das Projekt wird wissenschaftlich evaluiert, um Veränderungen des Gewaltgeschehens, der Lebensqualität der Bewohnenden sowie der Arbeitsbelastung der Mitarbeitenden abzubilden. 

Zwischenergebnisse zeigen, dass Gewalt im Setting der stationären Langzeitpflege in verschiedensten Richtungen und Dimensionen alltäglich stattfindet und das Projekt durch das erweiterte Gewaltverständnis eine Sensibilisierung im Themenkomplex bewirkt.

Das Projekt wird wissenschaftlich evaluiert, um Veränderungen des Gewaltgeschehens, der Lebensqualität der Bewohnenden sowie der Arbeitsbelastung der Mitarbeitenden abzubilden.
Die ersten Zwischenergebnisse zeigen, dass Gewalt im Setting der stationären Langzeitpflege in verschiedensten Richtungen und Dimensionen alltäglich stattfindet und das Projekt durch das erweiterte Gewaltverständnis eine Sensibilisierung im Themenkomplex bewirkt.

Nachhaltigkeit und Kulturveränderung: PEKo Verstetigung

PEKo setzt auf die Schaffung nachhaltiger Strukturen. Allerdings reicht der Interventionszeitraum oft nicht aus, um die Thematik über einzelne Maßnahmen hinaus in einer Einrichtung zu etablieren. Aus diesem Grund wurde das neue bundesweite Projekt "PEKo Verstetigung" konzipiert. So können die bisher erreichten Einrichtungen weiter begleitet, aber auch neue Betriebe gezielt angesprochen und unterstützt werden.

Die Leitung des Projekts liegt bei  Prof. Dr. Sascha Köpke (Universität zu Köln).  

PEKo 2.0:  Gewaltprävention im Krankenhaus und in der ambulanten Pflege

Nicht nur in der stationären Pflege, auch im Krankenhaus und in der häuslichen Pflege ist Gewalt ein relevantes Thema. So unterschiedlich wie die Settings selbst sind jedoch auch die Bedürfnisse nach gezielten Präventionsmaßnahmen. Aufbauend auf die bisherigen PEKo-Erkenntnisse zielt das Projekt „Gewaltprävention im Krankenhaus und im Setting der ambulanten Pflege“ darauf ab, die Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen zur Gewalt in der Pflege an ausgewählten Krankenhäusern und im ambulanten Pflegesetting zu überprüfen. 

Das Projekt wird gemeinsam mit der Universität zu Köln (Projektleiter Prof. Dr. Köpke), der Universität Halle-Wittenberg, der Hochschule Fulda und der Universität zu Lübeck an zwölf Krankenhäusern und weiteren ambulanten Einrichtungen umgesetzt. 

Gesunde Pflege für Menschen mit Demenz: CaRe source

Das Projekt CaRe source richtet sich an Pflegekräfte, Bewohnerinnen und Bewohner von sechs teilnehmenden Einrichtungen im Großraum München. Besonderer Schwerpunkt liegt auf Menschen mit Demenz. Dabei kommt ein evaluiertes Bewegungskonzept für demenziell erkrankte Menschen zum Einsatz.

Präven­ti­ons­pro­jekt für Menschen mit Demenz

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CaRe source stärkt vorhandene Gesundheitsressourcen und reduziert Belastungen in der Pflege.

Gemeinsam mit den Einrichtungen wird auch eine psychosoziale Intervention entwickelt, erstmalig umgesetzt und evaluiert. Zuvor werden ausführlich die Belastungen und Ressourcen aus unterschiedlichen Perspektiven analysiert.

Ziel des Projekts ist es, bestehende körperliche, psychische und soziale Belastungen der Pflegekräfte in der Langzeitpflege zu reduzieren und gleichzeitig vorhandene Gesundheitsressourcen zu stärken. Zudem soll die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner mit Demenz verbessert werden.

Die Leitung des Projekts liegt bei Prof. Dr. Filip Mess (Technische Universität München).

Für mehr Orientierung und Mobilität in Pflegeeinrichtungen: PROfit

Das Projekt ProFit hat sich zum Ziel gesetzt, die räumlichen Orientierung und die Mobilität von Bewohnerinnen und Bewohnern in Pflegeeinrichtungen zu verbessern. Viele der Bewohner sind körperlich wenig aktiv. Verbringen sie Ihren Alltag größtenteils im eigenen Zimmer und bewegen sich höchstens zum Essenssaal, bleibt das für sie nicht ohne Folgen. Ihre Inaktivität verschlechtert die Gesundheit und beeinträchtigt die Lebensqualität.

Im Projekt PROfit werden Interventionsprogramme entwickelt, die kognitives und motorisches Training kombinieren, um die Bewohner zu aktivieren und ihre Leistungsfähigkeit sowie die räumliche Orientierung zu verbessern. Zunächst im eigenen Zimmer, später auch in der gesamten Pflegeeinrichtung und darüber hinaus. Kleine Stützen wie Wegweiser und Hinweisschilder helfen den Bewohnern dabei, sich auch im Alltag zurechtzufinden.

Das Projekt wird gemeinsam mit der Technischen Universität Berlin, der Universität Duisburg-Essen und der Universität Heidelberg in insgesamt 18 stationären Pflegeeinrichtungen entwickelt, umgesetzt und evaluiert.

Gesundes Arbeiten in Kliniken und in der ambulanten Pflege: BASE Transfer

Die Anforderungen für Pflegekräfte im Alltag sind anspruchsvoll und vielfältig. Das Projekt BASE Transfer stellt die Gesundheitsförderung und Prävention dieser Berufsgruppe in den Fokus. In drei Krankenhäusern und drei ambulanten Pflegeeinrichtungen im Großraum Berlin wird ein Präventionsprogramm für die Mitarbeiter implementiert, das ein ganzheitliches Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) mit den dazugehörigen Maßnahmen umfasst. BASE steht dabei für Bedarfsbestimmung - Arbeitsorganisation - Schulung - Eigenverantwortung.

Um das Programm auf die Bedürfnisse der jeweiligen Institution und ihrer Mitarbeiter abzustimmen, wird zu Beginn des Projekts das Arbeitsfeld der Pflegekräfte im stationären und ambulanten Bereich analysiert. Auf der Basis der Analyse werden dann zielgruppenspezifische Präventionsprogramme entwickelt, erprobt und evaluiert. Daraus entstehen wiederum Handlungsempfehlungen und Konzepte zur Multiplikatoren-Ausbildung

Projekt mit der Charité Berlin: Psychosoziale Gesundheit für Pflegende und Ärzte

Im Rahmen des Projekts "Psychosoziale Gesundheit für Mitarbeiter/innen der Pflege und Ärzteschaft im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements" wird ein Curriculum zur Burnout-Prävention und zum Stressmanagement für Ärzte und Pflegekräfte in der Charité Universitätsmedizin entwickelt und durchgeführt. Digitale Anwendungen sollen dem Klinikpersonal darüber hinaus helfen, das Stressvolumen nachhaltig zu regulieren.

Ziel ist es, die deutschland- und europaweit zunehmenden Ausfälle hochqualifizierter Klinikärzte aufgrund psychischer Überbelastung damit zu enttabuisieren und - im Rahmen dieses Modellprojekts - in einem bedarfsorientierten betrieblichen Gesundheitsmanagement aufzufangen.

Neben der Berliner Charité wird auch das Immanuel Krankenhaus Berlin Wannsee in das Projekt einbezogen, sowie perspektivisch weitere Häuser des Verbundes.

Digitale Pressemappe zum TK-Gesundheitsreport 2019: Pflegeberufe

Förderantrag "Starke Pflege" für Firmenkunden der TK