„Stabil gegen Cybermobbing“: mit Bürgermeister Andreas Bovenschulte an der Oberschule Blumenthal
Artikel aus Bremen
Das Präventionsprojekt "Stabil gegen Cybermobbing" der TK-Landesvertretung Bremen geht dieses Frühjahr in die zweite Runde. Am 21. Januar fand der Auftakt in der Oberschule Blumenthal statt, bei dem das ServiceBureau Jugendinformation mehrere Workshops zum Thema Medienkompetenz und Cybermobbing durchführte. Auch der Schirmherr des Projekts, Bürgermeister Andreas Bovenschulte, war zu Gast.
Bereits im Jahr 2025 nahmen mehrere Klassen der Oberschule Blumenthal am Projekt "Stabil gegen Cybermobbing" teil. Das Projekt wird gemeinsam von der Landesvertretung Bremen der Techniker Krankenkasse (TK), dem ServiceBureau Jugendinformation und der APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft organisiert. Dabei sind Schulklassen der Jahrgänge 5 bis 7 dazu aufgerufen, kreative Filme für einen Videowettbewerb zu entwickeln, mit denen sie ihre Ideen über Zusammenhalt, ein positives Miteinander und die Bekämpfung von Cybermobbing präsentieren. Außerdem werden im Rahmen des Projektes Fortbildungen für Lehrkräfte durch das Landesinstitut für Schule (LiS) und Workshops für teilnehmende Klassen durch das ServiceBureau Jugendinformation angeboten.
Workshop-Auftakt in Bremen-Nord
Am 21. Januar wurde der erste Aktionstag an der Oberschule Blumenthal in Bremen-Nord durchgeführt. Markus Gerstmann (ServiceBureau Jugendinformation) und sein Team boten dort Workshops für die Klassen 6a, 6b und 6c an, in denen diese sich mit ihrer Nutzung und den Gefahren von Social Media auseinandersetzten. Im Anschluss besuchte der Schirmherr des Projektes, Bürgermeister Andreas Bovenschulte , die beteiligten Klassen und diskutierte mit den Schülerinnen und Schülern über ihre Ergebnisse und Erfahrungen. Begleitet wurde er von Sabrina Jacob, der Leiterin der TK-Landesvertretung Bremen, und Prof. Dr. Viviane Scherenberg, der Dekanin des Fachbereichs Public Health und Umweltgesundheit an der APOLLON Hochschule.
Markus Gerstmann vom ServiceBureau Jugendinformation begleitete den Aktionstag und erklärt: "Cybermobbing steht bei jüngeren Jugendlichen häufig im Zusammenhang mit Beziehungen, Abgrenzungsprozessen und den für sie neuen Formen digitaler Kommunikation. Vor diesem Hintergrund sind Klassenregeln, (digitale) Umgangsformen sowie die Vermittlung von Medienkompetenz zentrale Präventionsbausteine, deren kontinuierliche Fortführung sich als sinnvoll und wirksam erweist."
Klassenregeln, (digitale) Umgangsformen sowie die Vermittlung von Medienkompetenz sind zentrale Präventionsbausteine, deren kontinuierliche Fortführung sich als sinnvoll und wirksam erweist.
Deshalb werden in den medienpädagogischen Workshops, die das ServiceBureau Jugendinformation bereits seit 2007 durchführt, die Schülerinnen und Schüler als Expertinnen und Experten für ihren eigenen Medienkonsum betrachtet. Sie sollen ihr eigenes Verhalten kritisch reflektieren, aber auch gemeinsam Lösungsansätze erarbeiten und lernen, Menschen in ihrem Umfeld zu erkennen, die bei Cybermobbing Ansprechpersonen darstellen können. Die sogenannten "Expert:innenkonferenzen" sollen auch dazu dienen, eine Vertrauensbasis mit den Jugendlichen aufzubauen.
Ergebnispräsentation mit Bürgermeister Andreas Bovenschulte
Die Ergebnisse aus den Workshops konnten die Schülerinnen und Schüler auch in der Diskussion mit Bürgermeister Bovenschulte und Sabrina Jacob unter Beweis stellen. Die Ergebnispräsentationen beschäftigten sich vor allem mit Social-Media-Plattformen wie YouTube und TikTok, aber auch Künstliche Intelligenz (KI) und Gaming-Plattformen wie Minecraft oder Fortnite spielten eine Rolle. Die Schülerinnen und Schüler erklärten, welche Gefahren sie selbst auf diesen Plattformen wahrnehmen und welche Vorteile sie in der Nutzung sehen. Vor allem die Wahrung der eigenen Privatsphäre durch das Einstellen "privater" Profile, Vorsicht im Umgang mit fremden Personen und das Ausschalten von Kommentaren wurden von den Schülerinnen und Schülern als Methoden betont, um sich selbst vor Cybermobbing zu schützen. Außerdem zeigten sie ein gutes Bewusstsein dafür, dass zum Aufbauen eines gesunden Algorithmus auch gehört, unerwünschte Beiträge zu melden und aus dem eigenen Feed zu entfernen.
Der Schirmherr von "Stabil gegen Cybermobbing": Andreas Bovenschulte
Auch über die Frage eines Social-Media-Verbotes diskutierten die Schülerinnen und Schüler mit Bürgermeister Bovenschulte. Sie erklärten, dass sie sich für unterschiedliche Inhalte unterschiedliche Altersbegrenzungen vorstellen könnten, ähnlich wie bei Filmen oder Videospielen. Grundsätzlich standen die Schülerinnen und Schüler einem Verbot aber kritisch gegenüber: Ihnen würde damit eine zentrale Möglichkeit der Kommunikation genommen, insbesondere auch der Austausch über Staats- und Ländergrenzen hinweg. Außerdem funktioniere beispielsweise YouTube für viele auch als Alltagshilfe, indem zum Beispiel Inhalte zum Lernen verwendet würden. Dabei betrachteten die Sechstklässlerinnen und Sechstklässler ihr eigenes Nutzungsverhalten sehr differenziert und reflektierten auch die Erstellung eigener Posts und die mit dem Konsum verbundene Bildschirmzeit.
Für die erfolgreiche Prävention von Mobbing und Cybermobbing ist ein gemeinschaftliches Vorgehen ganz besonders wichtig.
"Cybermobbing kann neben seelischen Verletzungen auch zu körperlichen Krankheiten führen"
"Für die erfolgreiche Prävention von Mobbing und Cybermobbing ist ein gemeinschaftliches Vorgehen ganz besonders wichtig. Dabei sind Medienkompetenz und die Reflexion des eigenen Verhaltens zentrale Fähigkeiten, die wir Schülerinnen und Schülern mit 'Stabil gegen Cybermobbing' vermitteln wollen", sagt Sabrina Jacob, Leiterin der TK-Landesvertretung Bremen. "Denn Cybermobbing kann neben seelischen Verletzungen auch zu körperlichen Krankheiten führen. Daher ist es wichtig, junge Menschen schon früh in ihren Lebenswelten für das Thema zu sensibilisieren", so Jacob weiter.
Zum Abschluss gab Markus Gerstmann allen Beteiligten einige zentrale Botschaften für den Umgang mit sozialen Medien und Cybermobbing mit auf den Weg: Zunächst, dass ungewollte Bilder und Beleidigungen von anderen die (Klassen-)Atmosphäre im eigenen Umfeld stören und zu Konflikten führen können. Daher erklärte Gerstmann das Recht am eigenen Bild und erinnerte die Schülerinnen und Schüler daran, keine Fotos oder Videos ungefragt zu erstellen, zu versenden oder zu veröffentlichen. Außerdem betonte er die Wichtigkeit einer bewussten Entscheidung darüber, welche Inhalte die Teilnehmenden konsumieren möchten und welche gemeldet oder aus dem eigenen Algorithmus entfernt werden sollten. Zuletzt ermutigte Gerstmann die Schülerinnen und Schüler, kritisch mit ihrer Bildschirmzeit umzugehen, um sich abends mit den Aktivitäten und Erlebnissen des Tages wohlfühlen zu können. Für ihn gelte der Leitgedanke: "Medien so viel, wie sie guttun."