Dann sollte das Motto "Kräfte sparen" lauten. Doch wahrscheinlich erleben Sie zwischendurch auch Phasen, in denen Sie sich stärker fühlen. Gerade dann ist es wichtig, Kräfte zu sammeln.

Lernen Sie zu delegieren, setzen Sie Ihre Prioritäten neu und nehmen Sie sich und Ihre Bedürfnisse ernst. Vermeiden Sie Zustände totaler Erschöpfung und teilen Sie Ihre Zeit entsprechend Ihrer Leistungsfähigkeit und Tagesform ein. Beobachten Sie sich und notieren Sie, zu welcher Zeit Sie sich am kräftigsten fühlen.

Legen Sie häufiger flexible Ruhepausen ein. Führen Sie anstrengende Tätigkeiten anders als bisher aus - vor allem in mehreren Schritten und im Sitzen statt im Stehen. Vermeiden Sie überflüssige Arbeitsgänge, indem Sie zum Beispiel auf Vorrat kochen, und lassen Sie auch einmal etwas liegen.

Vor allem aber: Lassen Sie sich helfen - vom Partner, von Freunden, Bekannten und Nachbarn. Wichtig sind auch erholsamer Schlaf, gesunde Ernährung und seelisches Wohlbefinden.

Lesen Sie hier, wie Sie Kräfte sparen können in Zeiten, in denen Sie sich sehr schwach fühlen.

Körperpflege, An- und Auskleiden

  • Setzen Sie sich beim Duschen auf einen Stuhl oder einen Hocker.
  • Bürsten und Kämme für die Haare sowie Bürsten für Füße und Rücken sollten einen langen Griff haben.
  • Griffe an Wand und Badewanne und ein erhöhter Toilettensitz erleichtern das Aufstehen.
  • Bevorzugen Sie weite Kleidung, die sich vorne schließen lässt. Tragen Sie Strickjacken statt Pullover. Schließen Sie den BH vor der Brust.
  • Tragen Sie Slipper statt Schnürschuhe und benutzen Sie einen Schuhanzieher mit langem Griff.

Hausarbeit, Nahrungszubereitung

  • Verteilen Sie die Arbeiten über die Woche, kochen Sie im Sitzen, und benutzen Sie Geräte mit langen Griffen, etwa fürs Staub und Bodenwischen.
  • Essen Sie öfter Fertiggerichte, zum Beispiel vom Tiefkühlkost-Lieferanten, kombiniert mit frischem Obst und Gemüse.
  • Gehen Sie zum Essen in ein Restaurant in der Nähe oder nutzen Sie "Essen auf Rädern".
  • Kochen Sie gemeinsam mit Freunden oder lassen Sie sich bekochen.
  • Spülen Sie in mehreren Schritten oder nutzen Sie eine Geschirrspülmaschine.
  • Benutzen Sie Papierservietten, leichte Kochutensilien und elektrische Büchsenöffner.
  • Transportieren Sie schwere Gegenstände in Taschen auf Rädern.
  • Häufig benutzte Gegenstände sollten in Brusthöhe stehen. Schwere Geräte und Behälter sollten ohne Hochheben benutzbar sein.

Wäschewaschen, Einkaufen, Fortbewegung

  • Benutzen Sie Waschmaschine und Trockner, leeren und füllen Sie die Geräte im Sitzen. Verzichten Sie auf Handwäsche und geben Sie Kleidung eventuell in die Reinigung.
  • Bügeln Sie im Sitzen mit einem leichten Bügeleisen und nur das Nötigste.
  • Lassen Sie sich beim Einkauf begleiten.
  • Planen Sie Ihre Einkaufswege vorher - so vermeiden Sie unnötige Wege - und benutzen Sie eine Tasche auf Rädern.
  • Kaufen Sie nicht zu Hauptgeschäftszeiten ein und nutzen Sie den Lieferservice von Geschäften.
  • Verteilen Sie innerhalb des Hauses Stühle zum Ausruhen.
  • Tragen Sie bequeme Schuhe mit flachen Absätzen.

Berufliche Belastungen reduzieren

Wenn Sie vorübergehend oder andauernd eingeschränkt belastbar sind, sollten Sie sich beraten lassen: über Ihre Möglichkeiten in Sachen Umschulung, Wiedereingliederungshilfen nach längerer krankheitsbedingter Pause oder übergangsweise kürzere Arbeitszeiten.

Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber über Ihre Situation und darüber, wie er Sie am Arbeitsplatz unterstützen kann. Dies kann etwa durch Wechsel auf einen weniger anstrengenden Arbeitsplatz oder durch kürzere Arbeitszeiten der Fall sein. Auch kleinere Veränderungen können eine große Wirkung haben: Lassen Sie sich vom Betriebsarzt und vom Betriebsrat unterstützen. Belastende Arbeit sollten Sie nur dann ausführen, wenn Sie sich dazu in der Lage fühlen.

Mit flexiblen Arbeitszeiten können Sie Ihr individuelles Ruhebedürfnis berücksichtigen. Dazu gehören längere Mittagszeiten mit Ruhemöglichkeiten oder häufigere Pausen, möglichst mit Liegemöglichkeit in einem Ruheraum. Ebenso hilft es, die Erledigung von Aufgaben zeitlich selbstständig variieren zu können. Ein Aufgabenwechsel fördert die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit. Versuchen Sie, sitzende Tätigkeit mit Bewegung oder geistige mit körperlicher Arbeit abzuwechseln.