Ein Diabetes bleibt meist lange Zeit unbemerkt. Vermehrter Harndrang, ein gesteigertes Durstgefühl und eine unerklärliche Gewichtsabnahme können Hinweise auf einen Diabetes sein. Auch wenn der Arzt bei einer Routineuntersuchung einen erhöhten Zuckerwert im Urin oder im Blut feststellt, könnte ein Diabetes vorliegen.  

Zur Diagnostik eines Diabetes wird der Arzt Blut abnehmen, um den Zuckerwert genauer zu überprüfen.

Messung des HbA1c-Werts

Auskunft über den Blutzuckerverlauf in den vergangenen Wochen gibt der HbA1c-Wert. Man bezeichnet den HbA1c-Wert auch als Blutzucker-Langzeitgedächtnis. HbA1c steht für glykosyliertes Hämoglobin (Hb), also roter Blutfarbstoff, an den sich Zucker gebunden hat.

  • Liegt der HbA1c-Wert unter 5,7 Prozent, besteht kein Diabetes.
  • Bei einem HbA1c-Wert über 6,5 Prozent liegt ein Diabetes vor. Dann ist eine Therapie notwendig.
  • Bei einem HbA1c-Wert von 5,7 bis 6,4 Prozent, ist die Bestimmung des Nüchternblutzuckers oder ein Zuckerbelastungstest notwendig, damit der Arzt einen Diabetes diagnostizieren beziehungsweise ausschließen kann.

Bei manchen Erkrankungen, zum Beispiel bei verändertem Hämoglobin oder Anämie, bei Einnahme von ASS (Acetylsalicylsäure) und bei einer Schwangerschaft kann der HbA1c verfälscht sein. Dann sind die Nüchternblutzuckerwerte beziehungsweise die Ergebnisse des Glukosebelastungstests ausschlaggebend.

Bestimmung des Nüchternblutzuckers

Zu dieser Blutuntersuchung, die in der Regel morgens stattfindet, muss der Patient nüchtern erscheinen. Das bedeutet, dass man mindestens acht Stunden vor der Blutentnahme nichts essen darf. Auch auf kalorienhaltige Getränke, Kaffee, schwarzen Tee und Rauchen ist zu verzichten.

Wird im Nüchternzustand ein Blutzuckerwert von weniger als 100 mg/dl gemessen, liegt noch kein Diabetes vor. Trotzdem sollten Diabetes-gefährdete Personen ihren Blutzucker weiterhin regelmäßig (zum Beispiel einmal pro Jahr im Rahmen der ärztlichen Vorsorgeuntersuchung) kontrollieren lassen.

Beträgt der Blutzuckerwert mindestens 126 mg/dl oder mehr, besteht bereits ein Diabetes.

Werte zwischen 110 und 125 mg/dl gelten als grenzwertig. Eine Anpassung des Lebensstils (ausgewogene Ernährung, mehr Bewegung, Gewichtsabnahme) ist empfehlenswert, um einem Diabetes vorzubeugen. Nach einem Jahr sollte der Arzt die Blutzuckerwerte erneut überprüfen.

Zuckerbelastungstest

Ob ein Diabetes-Vorstadium besteht, kann der Arzt durch einen Zuckerbelastungstest feststellen.

Der Zuckerbelastungstest (oraler Glukosetoleranztest, oGTT) ist ein Verfahren zur Früherkennung einer Diabetes-Erkrankung. Mit dieser Untersuchung werden Diabetes-Vorstadien aufgedeckt. Die Blutzuckerspiegel sind noch nicht dauerhaft, sondern nur zeitweise erhöht. Dies macht sich vor allem nach dem Essen bemerkbar, wenn der Körper den anflutenden Nahrungszucker nicht mehr ausreichend schnell aus dem Blut in die Zellen schleusen und dort in Energie umwandeln kann.

Für den Test ist eine gute Vorbereitung wichtig. An drei Tagen vor der Untersuchung sollte man sich normal und mit ausreichend Kohlenhydraten ernähren. Rauchen ist nicht erlaubt. Der Test wird in der Regel morgens durchgeführt. Auch hier muss man nüchtern erscheinen. Etwa zehn Stunden vorher darf man keine Nahrung mehr zu sich nehmen.

Der Test beginnt mit einer Blutentnahme, um den Nüchtern-Blutzuckerwert zu bestimmen. Anschließend erhält man 75 g Traubenzucker, der in 250 bis 300 ml Wasser aufgelöst ist. Zwei Stunden nach dem Trinken dieses Zuckercocktails wird noch einmal Blut abgenommen. An der Höhe des Zwei-Stunden-Blutzuckerwertes kann der Arzt feststellen, ob ein Diabetes, ein Diabetes-Vorstadium oder noch kein Diabetes vorliegt.

Ein Wert ab 200 mg/dl zeigt einen Diabetes an. Bei einem Wert von 140 bis 199 mg/dl liegt eine Zuckerverwertungsstörung (gestörte Glukosetoleranz) vor. Bei dieser Vorstufe des Diabetes ist es sinnvoll, durch Anpassung des Lebensstils (ausgewogene Ernährung, Gewichtsabnahme, mehr Bewegung) einem Diabetes vorzubeugen. Nach einem Jahr sollte der Arzt die Blutzuckerwerte erneut überprüfen.