Der gesetzliche Mindestlohn wird 2022 in zwei Schritten auf 10,45 Euro brutto erhöht:

  • 01.01.2022: Erhöhung auf 9,82 Euro
  • 01.07.2022: Erhöhung auf 10,45 Euro

Erhöhter Stundenlohn: Bleibt der Minijob ein Minijob?

Da der Mindeststundenlohn zum 1. Januar 2022 auf 9,82 Euro und zum 1. Juli 2022 auf 10,45 Euro angehoben wird, müssen Arbeitgeber bei Minijobs prüfen, ob die gesetzliche Verdienstgrenze von maximal 450 Euro monatlich in der jeweiligen Beschäftigung oder bei mehreren geringfügigen Beschäftigungen nach wie vor nicht überschritten wird. 

Gegebenenfalls wird nämlich eine Personalanpassung nötig. Denn auch 2022 müssen Arbeitgeber wieder doppelt aufpassen: Die monatliche Höchstarbeitszeit für Minijobber mit Mindestlohn liegt

  • ab 1. Januar 2022 bei rund 45 Stunden (450 Euro : 9,82 Euro = 45,82 Stunden) und
  • ab 1. Juli 2022 bei rund 43 Stunden (450 Euro : 10,45 Euro = 43,06 Stunden).

Wird die Verdienstgrenze von 450 Euro überschritten, liegt keine geringfügig entlohnte Beschäftigung mehr vor. Dabei kommt es nicht auf die tatsächliche Zahlung, sondern auf den Entgeltanspruch des Beschäftigten an - das sogenannte Entstehungsprinzip. 

Von diesem Zeitpunkt an handelt es sich um eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Arbeitgeber müssen dann entsprechende Ummeldungen im Meldeverfahren nach der Datenerfassungs- und -übermittlungsverordnung (DEÜV) erstellen. 

Übrigens: Wer weniger als den Mindestlohn zahlt, dem drohen nicht nur bis zu 500.000 Euro Bußgeld, sondern auch die Nachzahlung von Sozialversicherungsbeiträgen. 

Mindestlohnrechner & Co.

Arbeitshilfen wie einen Mindestlohn-Rechner, Hinweise zur Arbeitszeiterfassung bei Minijobbern oder Infomaterialien für Arbeitgeber finden Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS).

Neutrale Kommission berät alle zwei Jahre

Alle zwei Jahre berät eine neutrale Kommission aus Vertretern von Arbeitgebern, Gewerkschaften und der Wissenschaft über die zukünftige Höhe des Mindestlohns - das wurde bereits mit der Einführung des Mindestlohngesetzes (MiLoG) festgelegt. Die Bundesregierung orientiert sich an der Empfehlung dieser Kommission. 

Als Grundlage für ihre Berechnungen stützt sich die Kommission auf den Tarifindex des Statistischen Bundesamts. Nach ihrer Einschätzung haben die bisherigen Mindestlöhne zu einer spürbaren Verbesserung in Branchen mit niedrigen Arbeitsentgelten geführt und keine negativen Auswirkungen auf gängige Wettbewerbsindikatoren wie Arbeitskosten, Produktivität und Gewinne verursacht. 

Detaillierte Informationen - wie die Beschlüsse, Berichte und Stellungnahmen der Kommission - finden Sie auf der Webseite der Mindestlohnkommission