Die elektronische Patientenakte (ePA) schafft digitale Möglichkeiten, die Gesundheit jedes Einzelnen im Blick zu halten. Um hierbei das Verständnis und das Vertrauen in die Akte zu erhöhen, braucht es Menschen, die sie kennen, erklären und vertrauensvoll weitervermitteln. Die TK-Landesvertretung Berlin/Brandenburg ging dabei unterschiedliche Wege: im direkten Dialog mit Betroffenen in der Selbsthilfe und in der Qualifizierung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der Pflege.

ePA im Dialog mit der Selbsthilfe

Auf Einladung von Barbara Hübenthal vom Arbeitskreis der Pankreatektomierten e. V. (AdP) Berlin/Brandenburg war die TK-Landesvertretung zu Gast in der Charité. ePA-Experte Arne Orschulik stellte interessierten Teilnehmenden die elektronische Patientenakte vor und beantwortete Fragen rund um Nutzung, Mehrwert und Datenschutz.

Seit dem Start der ePA für alle im Januar 2025 ist das Interesse groß: Bereits rund eine Million TK-Versicherte haben sich registriert und nutzen die Akte aktiv. Gerade für Menschen mit mehreren Erkrankungen, vielen Medikamenten und Einschränkungen bietet die ePA einen echten Mehrwert. Sie schafft Transparenz und ermöglicht gezieltere Behandlungen.

Multiplikatoren-Schulung im Bereich Pflege

Gemeinsam mit dem Team vom Berliner Landeskompetenzzentrum Pflege 4.0 sowie dem AWO Landesverband Berlin e. V. führte die TK eine Schulung für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren durch, die ehrenamtlich mit älteren und pflegebedürftigen Menschen arbeiten. Das Ziel war, die Teilnehmenden zu befähigen, das Thema verständlich und verantwortungsbewusst weiterzugeben.

In den Diskussionsrunden zeigten sich wiederkehrende Fragen zur Datensicherheit, Schweigepflicht, technischem Zugang und dem Umgang mit Berührungsängsten. Besonders beschäftigte die Gruppe das Thema Barrierefreiheit: Wie können auch Menschen mit Sehbehinderung oder demenziellen Einschränkungen von der ePA profitieren?

Die ePA ist ein Transformationsprojekt. Arne Orschulik

Arne Orschulik machte deutlich, dass die ePA weit mehr ist als eine digitale Ablage ist: "Die ePA ist ein Transformationsprojekt." Sie hilft unter anderem dabei, einen besseren Überblick über die eigenen Gesundheitsdaten zu erhalten: Informationen wie Befunde, Laborergebnisse und Verordnungen laufen automatisch in der Akte zusammen und liegen so vor, wenn sie zur Behandlung benötigt werden.  

Simon Blaschke vom Berliner Landeskompetenzzentrum Pflege 4.0 betonte die Perspektive der Weiterentwicklung: "Die ePA soll zu Nutzerfreundlichkeit weiterentwickelt werden."

Transparenz schaffen

Digitale Anwendungen entfalten ihr Potenzial nur, wenn wir die Menschen mitnehmen, Transparenz schaffen und digitale Gesundheitskompetenz stärken. Beide Veranstaltungen haben gezeigt: Der persönliche Dialog, ob mit Betroffenen oder mit Fachkräften, ist dafür unverzichtbar.

Mehr Informationen finden Sie hier