Im Innovationsfondsprojekt "sekTOR-HF" können sich bis zu 250 Patientinnen und Patienten aus der Region Marburg-Biedenkopf zwölf Monate lang engmaschig und gut koordiniert betreuen lassen. Ziel des Projektes ist es, Verschlechterungen der Erkrankung unmittelbar zu erkennen und möglichst zu vermeiden und die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten zu steigern. 

Erkrankte beobachten ihre Vitalwerte

Eine Besonderheit des Projekts ist es: Die Patientinnen und Patienten übernehmen mittels telemedizinischer Überwachung selbst das Monitoring ihres Gesundheitszustandes. So wird frühzeitig erkannt, ob eine Änderung der Therapie notwendig ist. Die erforderlichen telemedizinischen Geräte erhalten die Teilnehmenden kostenfrei sowie im Vorfeld bei Bedarf eine ausführliche, laienverständliche Schulung zum Umgang mit der Technik. 

So werden alle teilnehmenden Patientinnen und Patienten dazu befähigt, ihre Vitalwerte wie beispielsweise EKG, Körpertemperatur, Körpergewicht oder Angaben zum aktuellen Gesundheitszustand via App oder Internetportal an die zuständigen Ärzte sowie an die Netzwerkstelle zu senden. So fällt sofort auf, falls sich beispielsweise Werte verändern oder medizinische Maßnahmen notwendig werden.

Telemedizin verbessert Lebensqualität

Ziel des Projektes ist es, unnötige Krankenhausaufenthalte zu reduzieren und Wiederaufnahmen in der Klinik möglichst zu vermeiden. "Telemedizin kann die Lebensqualität von herzkranken Patientinnen und Patienten wesentlich verbessern, weil wir dadurch die Werte ständig im Blick haben und sie im Bedarfsfall nach einem Gespräch sehr zügig neu einstellen können. Die Bedienung der Geräte ist auch für Seniorinnen und Senioren umsetzbar", sagt Dr. Lothar Born, Internist und Kardiologe, der das Projekt für die PriMa ärztlicherseits leitet. 

Einschreibung bis 31. Mai 2022 möglich

Eine wesentliche Voraussetzung für das Gelingen des Innovationsfondsprojektes "sekTOR-HF" ist, dass die Erkrankten gewissenhaft ihre Messwerte erheben, dadurch mit dem Krankheitsbild der Herzinsuffizienz richtig umgehen lernen und ihren Körper besser einschätzen können. Patientinnen und Patienten können sich noch bis 31. Mai 2022 in das Projekt einschreiben. Das Innovationsfondsprojekt beinhaltet auch eine wissenschaftliche Auswertung; diese soll bis 31. Mai 2024 abgeschlossen sein. 

TK-Versicherte, die am Innovationsfondsprojekt teilnehmen, werden sowohl von Fach- und Hausarztpraxen der Ärztegenossenschaft PriMa als auch durch das Universitätsklinikum Marburg betreut. Parallel zum Raum Marburg wird das Konzept in Bad Neustadt a. d. Saale (Nordbayern) erprobt. 

Projektpartner

Am Innovationsfondsprojekt sind unter anderem die Rhön-Klinikum AG, das Universitätsklinikum Marburg sowie das PriMa-Ärztenetz beteiligt, in dem sich niedergelassene Ärztinnen und Ärzte zusammengeschlossen haben. Neben der Techniker Krankenkasse sind auch die AOK Hessen und die DAK-Gesundheit beteiligt. Die Abkürzung "sekTOR HF" steht für Transsektorale bedarfsorientierte Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz und Entwicklung eines alternativen Vergütungsmodells. 

Weitere Informationen zum Projekt: