Im Interview gibt Dr. Sarah Elena Windolph-Lübben, Nachhaltigkeitsmanagerin der TK, Einblicke in ihre Arbeit, die Bestrebungen der TK und was in Hamburg schon jetzt passiert.

TK: Seit der Fridays for Future-Bewegung ist das Thema "nachhaltiges Leben" verstärkt in den Köpfen der Menschen. Oft verstehen wir darunter: Müll trennen, weniger Plastik verbrauchen und mehr mit dem Rad und ÖPNV als dem Auto fahren. Was tut die TK, um den Bestrebungen für ein nachhaltiges Miteinander gerecht zu werden?

Dr. Sarah Elena Windolph-Lübben: Klimaschutz ist gerade - berechtigterweise - sehr im Fokus des Themas "Nachhaltigkeit". Auch für die TK steht die Ausarbeitung eines übergeordneten Klimaziels und der Pfad, wie wir dieses Ziel erreichen wollen, ganz oben auf der Agenda. Wir möchten in unserem eigenen Betrieb Ressourcen schonen und den Ausstoß von Treibhausgasemissionen reduzieren - zum Beispiel setzen wir seit Jahresbeginn flächendeckend auf Ökostrom und verfolgen diverse aktuelle Ansätze zum Energiesparen. 

Aber auch über unsere eigenen "vier Wände" hinaus möchten wir das Thema Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen voranbringen und zu einer gesunden Lebenswelt beitragen - denn diese ist die Basis für Gesundheit. Hier zeigt sich, dass Nachhaltigkeit "mehr" ist als Umwelt und Klima - es geht auch um soziale Verantwortung, etwa mit Blick auf unsere Mitarbeitenden, aber auch die Bedürfnisse der Gesellschaft insgesamt. Als Krankenkasse haben wir da einen besonderen Auftrag. Deshalb setzt sich die TK dafür ein, Nachhaltigkeit zusätzlich zum Wirtschaftlichkeitsgebot im SGB V und damit für das ganze Gesundheitswesen zu verankern.

Nachhaltigkeit ist "mehr" als Umwelt und Klima - es geht auch um soziale Verantwortung. Als Krankenkasse haben wir da einen besonderen Auftrag. Dr. Sarah Elena Windolph-Lübben, TK-Nachhaltigkeitsmanagerin

Dr. Sarah Elena Windolph-Lübben

Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Nachhaltigkeitsmanagerin bei der TK

TK: Und was passiert konkret in Hamburg?

Dr. Windolph-Lübben: In unserer Unternehmenszentrale und anderen Standorten in Hamburg sind aktuell einige Ansätze und Pilotprojekte - von alternativen Energien bis zur Förderung klimafreundlicher Mobilität - in Arbeit. Beim Erweiterungsbau an unserer Unternehmenszentrale möchten wir mit der Platin-Vorzertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DNGB) den aktuell höchsten Nachhaltigkeitsstandard für Büroneubauten erzielen. Speziell relevant für Hamburg ist zudem das Thema Rechenzentrum. Dieses wird gerade modernisiert und mit einer effizienten Kühlung versehen, mit der wir Energie einsparen und somit das Klima schonen. Natürlich binden wir auch über Hamburg hinaus alle deutschlandweiten TK-Standorte in unsere Entwicklung zu einem klimafreundlichen Unternehmen ein. Sobald wir konkrete Ergebnisse vorweisen können, verraten wir gern mehr. 

TK: Welche Risiken können wir durch unser eigenes Handeln minimieren?

Dr. Windolph-Lübben: Der Klimawandel hat Auswirkungen auf die Gesundheit unserer Versicherten, die für uns als Krankenkasse natürlich im Fokus steht. In Zukunft wird der Umgang mit Hitze, neuen Krankheitserregern oder verstärkten Allergien auf uns zukommen - der Zusammenhang zwischen Klimawandel, Nachhaltigkeit und unserem Kerngeschäft ist deutlich sichtbar. Hier anzusetzen ist eine Aufgabe des Gesundheitssystems insgesamt. Dafür setzen wir, neben unseren TK-eigenen Bemühungen um Nachhaltigkeit, auch auf den Dialog mit weiteren Akteuren im Gesundheitswesen. Beim Gesundheitswirtschaftskongress am 20. September in Hamburg bin ich zum Beispiel für die TK in einer Diskussionsrunde zu Nachhaltigkeit in Gesundheitsunternehmen vertreten.

TK: Woran arbeitet das Nachhaltigkeitsmanagement der TK gerade konkret?

Dr. Windolph-Lübben: Das Team Nachhaltigkeitsmanagement erarbeitet derzeit in Schulterschluss mit dem Vorstand die Grundlagen des Themas für die TK, die für alles Weitere unerlässlich sind. Dazu zählen beispielsweise unsere Nachhaltigkeitsstrategie und -ziele, die Klimabilanz und Maßnahmen zur Emissionsreduktion. Zudem sensibilisieren wir unsere Mitarbeitenden für den Beitrag, den wir durch unser tägliches Verhalten als Einzelne leisten können - von Licht und Monitor ausschalten bis hin zu effizientem Heizen und Kühlen.

Durch dafür beauftragte Nachhaltigkeitskoordinatorinnen und -koordinatoren aus verschiedenen Geschäftsbereichen sind wir innerhalb der TK - mit rund 14.000 Mitarbeitenden - vernetzt, um keine Themen zu übersehen, Ideen zu sammeln und passende Lösungen zu finden.