Hilfe zur Selbsthilfe - das ist ein tief in unserer Gesellschaft verankerter Bestandteil unseres Zusammenlebens. Sich mit Menschen auszutauschen, die sich in ähnlichen Situationen befinden, dabei Erfahrungen auszutauschen und Unterstützung zu erhalten kann eine wesentliche Stütze sein. Gerade wenn es um gesundheitliche Probleme geht, können Selbsthilfeorganisationen so zu einer wichtigen Anlaufstelle werden und fördern ein solidarisches Miteinander.

Daniel Konrad

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Zwei Ebenen der Förderung

Selbsthilfe kann so zu einer sinnvollen Ergänzung der professionellen Versorgung werden. Daher fördern die gesetzlichen Krankenkassen und wir als TK die Selbsthilfe jedes Jahr. Dieser gesetzliche Anspruch lässt sich in zwei Förderebenen aufteilen: Das ist zum einen die Pauschalförderung, die als kassenartenübergreifende Gemeinschaftsförderung ausgelegt ist. Diese soll eine Basisfinanzierung der Selbsthilfe darstellen und regelmäßige Aufwendungen abdecken. Mit der individuellen Projektförderung können Krankenkassen einzelne Projekte von Selbsthilfeorganisationen auf Landesebene fördern, die über das Basisangebot hinausgehen und innovative Konzepte vorantreiben. Im Saarland stehen dafür in 2026 rund 22.500 Euro zur Verfügung. Damit fördern wir in diesem Jahr zum Beispiel die Ausbildung von Gruppenbegleitern , die suchtkranke Menschen und deren Angehörige fachkundig unterstützen. 

Mögliche Bereiche, die Selbsthilfeorganisationen thematisch abdecken, können etwa chronische Erkrankungen, psychische Belastungen und Sucht sein, aber auch die Unterstützung der Angehörigen. Sie zählt dabei sowohl auf Prävention als auch auf die Krankheitsbewältigung und die Verbesserung der Lebensqualität ein.

TK legt Wert auf digitale Teilhabe

Die TK hat dabei verschiedene Schwerpunkte identifiziert. So legt die TK besonderen Wert auf die Förderung digitaler Angebote, die einen niedrigschwelligen und räumlich unabhängigen Zugang zu Selbsthilfeangeboten bieten. Das kann die Teilhabe verbessern und ermöglicht es auch Menschen im ländlichen Raum, stärker an Gruppenaktivitäten teilzunehmen. Daneben stehen insbesondere innovative Ansätze im Fokus, die etwa neue Bedarfe entdecken oder erstmalig stattfinden. Damit soll die Selbsthilfeförderung der TK einen Anreiz bieten, neue Konzepte zu entwickeln, zu erproben und schließlich in nachhaltige Strukturen zu überführen.

Aus meiner Sicht spielt die Stärkung digitaler Ansätze eine entscheidende Rolle bei der Weiterentwicklung der Selbsthilfe. Denn nicht zuletzt können dadurch Menschen erreicht werden, die bisher nicht von den Angeboten der Selbsthilfeorganisationen erreicht wurden - etwa junge Erwachsene oder Menschen mit Migrationsgeschichte. So haben wir 2024 beispielsweise ein Projekt des Vereins SternenEltern Saarland gefördert, welches mit einer Weiterentwicklung einer digitalen Plattform Hilfe auch für betroffene Eltern zugänglich gemacht hat, die kein Deutsch sprechen.

Wir sehen uns daher als Partner der Selbsthilfeorganisationen im Saarland und freuen uns über neue Projektideen. Nähere Informationen zur Selbsthilfeförderung im Saarland finden Sie hier