Suchtkrankenhilfe: Von Betroffenen zu ehrenamtlichen Begleitern
Artikel aus Saarland
Mit ihren Angeboten unterstützen die Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe im Saarland Suchterkrankte und deren Angehörige. Um die Qualität der Gruppenarbeit weiter zu steigern, fördert die TK in diesem und im kommenden Jahr die Ausbildung von Gruppenbegleitern. Das Besondere: Das Angebot richtet sich an Menschen, die in der Vergangenheit selbst von Suchterkrankungen betroffen waren.
Betroffene und ihre Angehörigen beim Umgang mit Suchterkrankungen unterstützen - das möchten die Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe im Saarland mit ihren Aktivitäten und Selbsthilfegruppen erreichen. Damit das noch besser gelingen kann, organisiert der Landesverband der Freundeskreise im Saarland die Ausbildung von sogenannten Gruppenbegleitern, die dann die Gruppenleitung und Gesprächsführung in den einzelnen Gruppen übernehmen können. Die TK fördert die Ausbildung in diesem und im kommenden Jahr mit einem Betrag von zusammen 11.670 Euro.
Begleiter sichern Qualität der Gruppenarbeit
"Uns ist es wichtig, ehemalige Betroffene oder deren Angehörige in die ehrenamtliche Arbeit einzubinden. Mit der Ausbildung zu Gruppenbegleitern erreichen wir genau das", erklärt Tobias Hermann, Geschäftsführer des Vereins Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe im Saarland. Mit der Ausbildung, die eineinhalb Jahre andauert, werden die angehenden Ehrenamtler befähigt, stabile und verlässliche Selbsthilfegruppen zu führen und damit die Qualität der Angebote zu sichern. Hermann weiter: "Auch die Nachwuchsgewinnung steht für uns im Fokus. Selbsthilfe lebt von engagierten Ehrenamtlichen, ohne die wir unsere Angebote nicht aufrechterhalten könnten."
Selbsthilfe lebt von engagierten Ehrenamtlichen, ohne die wir unsere Angebote nicht aufrechterhalten könnten.
Umfassende Ausbildung
Die Ausbildung, die sich an Personen mit stabiler Abstinenz richtet, umfasst insgesamt sechs Module. Die Inhalte erstrecken sich dabei von konkret suchtbezogenen Themen, wie der Rückfallprävention und dem Umgang mit Sucht in der Familie, bis hin zu übergreifenden Fähigkeiten wie der Gruppenleitung, der Kommunikation und dem Umgang mit Konflikten. "Dabei ist uns eine praxisnahe Gestaltung der Module wichtig. Ergänzt wird die Ausbildung, die von einer Trainerin mit langjähriger Erfahrung in der Begleitung der Freundeskreise geleitet wird, durch einen Fachvortrag zu neurobiologischen Grundlagen", so Hermann.
Ziel ist es, dass Teilnehmende nach erfolgreicher Ausbildung die Leitung einer Selbsthilfegruppe verlässlich über einen längeren Zeitraum übernehmen können, um stabile Gruppenstrukturen zu bieten.
Langfristiger Aufbau von Kompetenzen
Sowohl dem Landesverband der Freundeskreise als auch der TK ist es wichtig, dass durch die Ausbildung der Ehrenamtler langfristige Kompetenzen aufgebaut und gesichert werden. Durch regelmäßige Veranstaltungen, Workshops und fachliche Weiterbildungen sollen die erworbenen Kompetenzen über den Projektzeitraum hinaus verstetigt werden und Einzug in die Arbeit der Selbsthilfegruppen erhalten.