Eröffnung verschlossener tiefer Venen 

Eine Thrombose - das heißt ein Blutgerinnsel bzw. Thrombus in einem Blutgefäß, das die Blutbahn teilweise oder sogar komplett verstopft - kann theoretisch in jeder Ader des Körpers vorkommen. Patienten mit einem Thrombus in den tiefen venösen Gefäßen im Inneren des Beins oder Beckens können den Verschluss an der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim chirurgisch entfernen lassen.

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Dr. Simon Classen mit Ärzte-Team

Medizinisch wird zwischen einer Thrombose in den oberflächlichen und in den tiefen Beinvenen unterschieden. Eine oberflächliche Venenthrombose oder Venenentzündung betrifft überwiegend die Krampfadern, das heißt bereits erkrankte Venen. Betrifft der Venenverschluss die Adern, die im Inneren des Beins oder Beckens verlaufen, sind die tiefen Venen betroffen. Diese sogenannte Phlebothrombose tritt vor allem in den Venen im Unter- und Oberschenkel oder im Becken auf. 

Risiko einer Embolie

Bei unbehandelten Bein- und Beckenvenenthrombosen ist die Gefahr groß, dass es zu einer möglicherweise lebensbedrohlichen Lungenembolie kommt: Teile des Thrombus reißen ab und werden mit dem Blutstrom in ein Gefäß in der Lunge gespült. Eine Lungenembolie kann das Herz belasten und zu akutem Herzversagen führen. Im besten Fall kommt es aber nicht zu dieser lebensgefährlichen Verschleppung des Blutgerinnsels. Stattdessen geht die tiefe Venenthrombose oft scheinbar spurlos vorüber, indem der Verschluss durch körpereigene Substanzen wieder aufgelöst und das Bein über andere Gefäße entstaut wird. Funktioniert diese Entstauung allerdings nicht, schwillt das betroffene Bein oft stark an, es wird heiß und schmerzt. 

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Dr. Simon Classen

In dieser Situation können spezielle Behandlungsmethoden helfen, die neben der Entstauung und Wiedereröffnung der tiefen Vene auch die Erforschung der Ursache für die Thrombose beinhaltet. „In einem bislang fast nur konservativ behandelten Gebiet stehen uns nach Jahren des Stillstandes gute Behandlungsmethoden zur Verfügung, die jedoch nur von interdisziplinären Spezialisten zur Verfügung gestellt werden können. Dies ist ein Segen für die oft leidenden Patienten“, sagt Dr. Simon Classen, Ärztlicher Direktor der Klinik für Gefäßmedizin.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Den Patienten steht im Harvey Gefäßzentrum ein Behandlungsteam aus verschiedenen Fachdisziplinen im konservativen und operativen Bereich zur Verfügung. Aus verschiedenen Operationsmöglichkeiten wird die individuell passende für die jeweiligen Patienten ausgewählt. Dies kann etwa ein minimalinvasiver Eingriff, die Aufdehnung der Vene mittels eines Ballons oder die Stenttherapie sein. Während der Operationen werden die Patienten durch Röntgentechnologie überwacht.

Auch Patienten, bei denen eine Thrombose schon längere Zeit besteht und die unter einer zunehmenden Schwellung des betroffenen Beines leiden, können sich im Harvey Gefäßzentrum behandeln lassen. Die Patienten erhalten, eingebettet in das Thrombosezentrum, eine interdisziplinäre gefäßmedizinische und hämostasiologisch-rheologische Therapie. Ist eine Wiedereröffnung (Rekanalisation) der Vene möglich, können die Experten der Kerckhoff-Klinik die Voraussetzung schaffen, dass die Beschwerden der Patienten zumindest gelindert, wenn nicht sogar komplett behoben werden.

Harvey Gefäßzentrum der Kerckhoff-Klinik

Das Harvey Gefäßzentrum der Kerckhoff-Klinik hat seit vielen Jahren Erfahrung im Bereich der Venenbehandlung. In dem Fachzentrum arbeiten Mediziner im konservativen und operativen Bereich aus den Bereichen Angiologie, Gefäßchirurgie, Hämostasiologe und Radiologie unter zertifizierten Bedingungen interdisziplinär zusammen. Bei Bedarf werden diagnostische Verfahren mittels Force Computertomographie (CT) und 3-Tesla-Magnetresonanztherapie in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Radiologie durchgeführt. Neben der konzentrierten klinischen Erfahrung ist die Abteilung im Bereich der Gefäß- und Thromboseforschung auch in nationale und internationale Studien eingebunden.