Temperaturen von anhaltend fast 40 Grad, tropisch warme Nächte mit Temperaturen über 20 Grad und mit Saarbrücken-Burbach zwischenzeitlich den heißesten Ort in Deutschland: Bereits zwei Hitzewellen hatten das Saarland in diesem Jahr fest im Griff. Und dieses Extremwetter beeinflusst nicht nur das subjektive Wohlbefinden vieler Menschen, sondern kann zur echten Gesundheitsgefahr werden.

Wetterextreme nehmen zu

Durch den Klimawandel kommt es dabei vermehrt zu Extremwetterereignissen wie höheren Temperaturen und länger anhaltenden Hitzeperioden. Die Anpassung an diese Bedingungen ist für den menschlichen Körper zwar möglich, aber mit viel Anstrengung verbunden. Länger anhaltende Hitzeperioden bergen zudem bei gleichzeitig tropischen Nächten die Gefahr, dass Wohnungen sich aufheizen und auch dort keine ausreichende Abkühlung mehr möglich ist.

Aktionsplan zum Schutz vor Hitze

Um die Menschen im Saarland besser vor den gesundheitlichen Folgen extremer Hitze zu schützen, hat das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit den "Aktionsplan zum Schutz der Menschen im Saarland vor Hitze (SaarSMH)" vorgelegt. Dieser landesweite Hitzeaktionsplan bündelt Empfehlungen, Strukturen und Maßnahmen und soll als Grundlage für kommunale Hitzeaktionspläne dienen. Um das zu erreichen, setzt man auf eine bessere Koordination und Zusammenarbeit, Informationskampagnen und konkrete Maßnahmen etwa in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen. 

In einer Übersichtsseite hat man zudem die wichtigsten Tipps zum Hitzeschutz zusammengefasst. Auch das Netzwerk Patientensicherheit für das Saarland engagiert sich für mehr Aufklärung und Prävention rund um das Thema. Und die TK hat Tipps und Hinweise zusammengetragen, die gerade beim Umgang mit Hitze bei gesundheitlichen Beschwerden helfen sollen.

Belastungen für Beschäftigte nehmen zu

Wie stark sich Hitze bereits heute auf die Arbeitswelt auswirkt, zeigt zudem der TK-Gesundheitsreport 2025 "Macht das Wetter krank? - Der Einfluss des Klimawandels auf die Arbeitswelt". Darin geben 60 Prozent der befragten Beschäftigten an, dass sich der Klimawandel in den letzten Jahren bereits auf ihren Arbeitsplatz und ihre Gesundheit ausgewirkt hat. Die Analyse der Krankschreibungen zeigt darüber hinaus, dass sich bestimmte Diagnosen an Hitzetagen deutlich häufiger finden als saisonal zu erwarten wäre - neben Sonnenbrand und Hitzeschlag (siebenmal so häufig) betrifft das beispielsweise Kreislaufprobleme, Insektenstiche und Borreliose (doppelt so häufig).

Die Unternehmen sind also gefordert, sich auf die folgenden Hitzewellen vorzubereiten. Aber ebenso sind Politik, Kommunen, Gesundheitswesen sowie jede und jeder Einzelne gefragt, Hitze ernst zu nehmen und die Gesundheit der Menschen im Saarland wirksam zu schützen. Denn eines ist klar: Die nächste Hitzewelle kommt bestimmt.