Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK, möchte dazu beitragen, dass sich das ändert. Wie, hat er uns im Interview verraten.

TK: Herr Ballast, Sie engagieren sich im Kuratorium der Stiftung Männergesundheut. Was hat Sie dazu bewogen sich bei der Stiftung zu engagieren?
 
Thomas Ballast: Es ist erwiesen, dass Männer im Vergleich zu Frauen weniger auf einen gesunden Lebensstil achten. Schließlich sterben Männer fünf Jahre früher als Frauen. Sie achten oft nicht genug auf ihre körperliche und psychische Verletzbarkeit und setzen sich meist nicht ausreichend mit ihrer eigenen Gesundheit auseinander. Ich möchte dazu beitragen, diese Situation zu verbessern. Als Kurator unterstütze ich die Stiftung deshalb gern bei der Entwicklung konkreter Hilfsangebote für ein gesundes Altern der männlichen Bevölkerung.  
 
 
TK: Wo liegen die Schwerpunkte der Stiftungsarbeit in den nächsten Jahren? 
 

Thomas Ballast

Thomas Ballast (stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK) posiert für ein Porträtfoto. Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Thomas Ballast ist stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse.

Ballast: Da die Stiftung Jungen und Männer zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen Gesundheit motivieren möchte, identifiziert sie männerspezifische Gesundheitsgefahren in den verschiedenen Lebensphasen und entwickelt konkrete Hilfsangebote. Dazu werden Studien initiiert und Männergesundheitsberichte veröffentlicht, um u. a. Handlungsempfehlungen für das Gesundheitswesen und die Politik zu entwickeln. Mit der Wissensreihe "Männergesundheit" besteht zudem ein umfangreiches Informationsangebot. Darin werden unterschiedliche Themen in prägnanter und verständlicher Form ansprechend aufbereitet. 

Zum Engagement der Stiftung gehören aber auch Aktionen wie die Internationale Männergesundheitswoche vom 13. bis zum 19. Juni 2022. Die Stiftung gibt dann Empfehlungen heraus, wie Einrichtungen mit Aktionen auf Themen der Männergesundheit aufmerksam machen und zu einem gesundheitsbewussteren Verhalten animieren können. Dabei widmet man sich vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr u. a. auch der Gewichtszunahme. Zudem fokussiert sich die Stiftung in diesem Jahr auch auf präventive Maßnahmen und eine gesunde Lebensweise zur Stärkung des Wohlbefindens und der psychischen Gesundheit. 
 
TK: Was kann die TK zur Förderung einer geschlechtersensiblen Medizin beitragen?
 
Ballast: Männer und Frauen nehmen Gesundheit und Krankheit anders wahr und sprechen auch unterschiedlich darüber. So nutzen Männer Vorsorge- und Präventionsangebote seltener als Frauen, obwohl sie häufig ein höheres Gesundheitsrisiko tragen. Erkrankungen wie Brustkrebs oder Depression gelten gemeinhin als typisch weibliche Krankheitsbilder, treten jedoch auch bei Männern auf. Bei der Depression werden heute vor diesem Hintergrund überwiegend Symptome erfasst, die von Frauen berichtet werden, während typische Erscheinungsbilder bei Männern wie Sucht und erhöhte Aggressivität weniger berücksichtigt werden. Aus zahlreichen Studien wissen wir zudem, dass Medikamente bei Frauen und Männern unterschiedlich wirken und zum Teil andere Nebenwirkungen entwickeln können. 

Als Krankenkasse möchten wir unsere Versicherten dabei unterstützen, die richtige Diagnose und Therapie zu erhalten. Wissensaufbau und Erkenntnisgewinn über Bedarfe unserer Kundinnen und Kunden sind dafür wichtige Grundsteine, um zielgenau informieren und aufklären zu können. Wir erreichen dies zum Beispiel durch regelmäßige Befragungen unserer Kundeninnen und Kunden oder durch Forschungsvorhaben, beispielsweise im Rahmen des Innovationsfonds. Im Hinblick auf die Identifikation von alters- und geschlechterbezogener Fehlversorgung unterstützen wir mit der Auswertung von GKV-Routinedaten.