• Soziale Medien prägen den Alltag von Kindern und Jugendlichen, können aber durch Fake News, Werbung, Mobbing und Beleidigungen belasten.
  • Medienkompetenz und Gesundheitskompetenz helfen Jugendlichen, digitale Inhalte kritisch zu bewerten und Belastungen früh zu erkennen.
  • Erziehungsberechtigte, Schulen und Politik sind gefragt, um Kinder und Jugendliche im sicheren und gesundheitsbewussten Umgang mit digitalen Medien zu unterstützen.

Ob TikTok, Instagram, YouTube oder andere Plattformen: Gerade für Jugendliche sind soziale Medien ein wichtiger Teil ihres Lebens. Sie tauschen sich aus, verfolgen Trends, bleiben mit Freundinnen und Freunden in Kontakt und finden dort Unterhaltung oder Informationen.

Gleichzeitig erleben viele junge Menschen aber auch die Schattenseiten der digitalen Welt. Das zeigt der Social-Media-Report der Techniker Krankenkasse (TK) "Jugendliche zwischen Like und Limit" mit Ergebnissen einer repräsentativen Online-Umfrage von Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren. Gefragt nach den Dingen, die sie bei der Nutzung von Social Media nerven oder stressen, gaben die Befragten im Saarland, Rheinland-Pfalz und Hessen neben zu viel Werbung (59 Prozent) insbesondere Fake News (44 Prozent) sowie Mobbing und Beleidigungen (35 Prozent) an. 

Die Ergebnisse machen deutlich: Bei Social Media geht es nicht nur um die Frage, wie viel Zeit Jugendliche online verbringen. Es geht auch darum, welchen Inhalten sie begegnen, wie sie diese einordnen und wie sie mit belastenden Erfahrungen umgehen können. Damit wird Medienkompetenz zu einem wichtigen Bestandteil von Gesundheits- und Präventionsarbeit. 

Empfehlungen der Expertenkommission zum Kinder- und Jugendschutz

Daher sind wir als Gesellschaft dringend gefordert, Gesundheit und Wohlbefinden der Kinder und Jugendlichen noch stärker zu schützen. Wie das im digitalen Raum gelingen kann, damit hat sich eine unabhängige Expertenkommission des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) beschäftigt und kürzlich ihren Abschlussbericht übergeben. 

Die Themen reichten dabei von Medienbildung in der Kita über Cybermobbing bis hin zu Algorithmen und der Verantwortung von Plattformanbietern. Im Zentrum stand auch die enge Verbindung zwischen der Mediennutzung, ihrer möglichen gesundheitlichen Wirkung und den Fähigkeiten, die Kinder und Jugendliche für einen sicheren Umgang mit digitalen Medien benötigen. Insgesamt hat die Kommission, die sich mit dem breit gefächerten Thema "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" beschäftigt hat, 56 Handlungsempfehlungen in fünf Clustern ausgesprochen. 

Ein zentraler Ort, um diese Fähigkeiten zu vermitteln, ist die Schule. Auch die Bildungsministerkonferenz nimmt die Themen Bildung und Gesundheit in der digitalen und analogen Welt verstärkt in den Fokus. Vielfach wird in diesem Zusammenhang die Einführung eines Schulfachs Gesundheit gefordert. Aus Sicht der TK kann das eine Möglichkeit sein, Gesundheitskompetenz zu stärken. Wichtiger jedoch, Gesundheitswissen und gesundheitsfördernde Strukturen dauerhaft im Schulalltag zu verankern - und zwar nicht nur bei den Schülerinnen und Schülern, sondern auch in der Schulleitung und im Kollegium 

Medien- und Gesundheitskompetenz müssen zusammengedacht werden

Für die TK ist klar: Medien- und Gesundheitskompetenz gehen Hand in Hand. Um Kinder und Jugendliche in den Themen Medienkompetenz, psychischer Gesundheit und einem respektvollen Umgang miteinander zu unterstützen, bietet die TK verschiedene Präventionsangebote an und bündelt Informationen rund um Medienkompetenz auf einer Übersichtsseite . Mit dem Angebot " Law4school " wird in Webinaren über rechtliche Fragen und Folgen von Cybermobbing informiert, " IPSY " vermittelt ab der fünften Klasse Kompetenzen zur Suchtprävention und " Mental² " stärkt die psychische Gesundheit von Schülerinnen und Schülern. Darüber hinaus bietet die Online-Beratungsstelle "Juuuport" qualitätsgeprüfte Workshops für Schulen an und mit dem Konzept " Webbyversum " wird Medienbildung in der Kita gefördert. 

Gesundheitsförderung endet nicht an der Tür zur digitalen Welt. Im Gegenteil: Gerade weil Social Media den Alltag junger Menschen prägt, muss Gesundheitskompetenz auch dort ansetzen. Medienkompetente Jugendliche können digitale Inhalte besser bewerten, Belastungen früher erkennen und ihre Nutzung bewusster gestalten. So wird Medienbildung zu einem wichtigen Baustein für ein gesundes Aufwachsen.