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Stundenlang vor der Konsole sitzen und dabei Chips und Energy-Drinks in sich reinstopfen - das soll Sport sein? Mit diesem Vorurteil haben viele E-Sportler zu kämpfen, wenn sie von ihrem Hobby erzählen. Denn an E-Sport scheiden sich die Geister: Für die einen ist es nur ein bisschen Zocken, für die anderen eine Sportart, die auch bei den olympischen Spielen vertreten sein sollte.

Was genau ist eigentlich E-Sport?

Als E-Sport bezeichnet man laut E-Sport-Bund Deutschland e.V. "das sportwettkampfmäßige Spielen von Video- beziehungsweise Computerspielen". Dabei handelt es sich meistens um Strategiespiele (zum Beispiel "League of Legends"), Ego-Shooter (zum Beispiel "Counter Strike") oder Sportsimulationen (zum Beispiel "FIFA 2018").

Es gibt in Deutschland mehr als zwei Millionen E-Sportler. Im Vergleich: Der Deutsche Fußball-Bund hat gut sieben Millionen Mitglieder, der Deutsche Tennis Bund rund 1,4 Millionen. Damit ist E-Sport definitiv kein Nischensport für Computer-Freaks. Selbst etablierte Fußballvereine unterhalten E-Sport-Abteilungen und haben sogar Profi-E-Sportler unter Vertrag. Dazu gehören unter anderem Manchester City, der VfL Wolfsburg und RB Leipzig.

Warum sollte E-Sport ein Sport sein?

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat klare Anforderungen definiert. Erfüllt eine Sportart die nicht, wird sie nicht von dem Verband anerkannt. Laut der Satzung muss jeder Sport seine eigenen, sportartbestimmenden Bewegungen haben. Beim Basketball, Radfahren oder Schwimmen sind diese offensichtlich. Niemand hat Zweifel, dass es sich bei diesen Disziplinen um Sport handelt. 

Bei E-Sport ist das nicht der Fall, daher erkennt der DOSB ihn nicht als Sport an. Doch auch wenn es die eigenen, sportartspezifischen Bewegungen nicht gibt, sind die körperlichen Anforderungen beim E-Sport höher als bei anderen anerkannten Sportarten wie Schach, Schießen oder Darts. So braucht ein E-Sportler eine gute Hand-Auge-Koordination und eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit.

Weitere Indizien, die zeigen, dass Zocken Sport sein kann, hat Prof. Dr. Ingo Froböse von der Sporthochschule Köln gefunden. Er hat bei E-Sportlern bestimmte Vitalwerte überprüft. Das Ergebnis: Beim Spielen hatten die Probanden eine erhöhte Herzfrequenz und erhöhte Cortisolwerte (ein Zeichen für Stress). Außerdem führen sie 200 bis 300 (kleine) Bewegungen pro Minute aus.

Und so langsam scheint sich auch der DOSB überzeugen zu lassen. Mit der gerade gegründeten "AG eSport" will der Verband seine bisherige Einschätzung überprüfen.

Wie sollten E-Sportler trainieren?

Also ab vor den Computer und den ganzen Tag zocken? Ist ja Sport … Diese Schlussfolgerung wäre fatal. Denn auch wenn E-Sport als echte Sportart anerkannt werden sollte - wie es in vielen anderen Ländern schon der Fall ist -, ist das kein Freifahrtschein fürs Dauerzocken. Gute E-Sportler trainieren genauso viel offline wie online. Sie sind leistungsfähige, fitnessorientierte Sportler. Auf ihrem Trainingsplan haben Ausgleichssport, Entspannung und eine ausgewogene Ernährung einen festen Platz. "Ein guter E-Sportler muss auch ein guter 'richtiger' Sportler sein", bestätigt auch Prof. Froböse.

Fitness-Tipps für E-Sportler

Tipps für E-Sportler

Sie sind E-Sportler? Sie wollen besser werden? Dann verbringen Sie nicht den ganzen Tag vor dem Bildschirm. Ergänzen Sie Ihr Training lieber um folgende Punkte:

  • Suchen Sie sich einen Ausgleichssport. In unserer Übersicht stellen wir Ihnen mehr als 75 Sportarten  vor.
  • Stärken Sie Ihre Schulter-, Nacken und Rückenmuskulatur, um Verspannungen und Haltungsschäden zu vermeiden. Zehn Minuten täglich sind genug.
  • Entspannen Sie sich zwischen den Trainingseinheiten. Dafür bieten sich unter anderem Yoga oder Autogenes Training an.
  • Konzentriertes Schauen auf den Monitor oder den Fernseher strengt auf Dauer die Augen an. Mit dieser Entspannungsübung erholen sich Ihre Augen schnell.
  • Optimieren Sie Ihre Ernährung - zum Beispiel mithilfe des TK-ErnährungsCoachings

Ernäh­rungs­tipps für E-Sportler