Stuttgart, 6. August 2026. Rund 4,6 Milliarden Euro hat die Techniker Krankenkasse (TK) 2025 für die medizinische Versorgung ihrer Versicherten in Baden-Württemberg ausgegeben, ein erneutes Rekordhoch. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Gesamtsumme damit um 11,5 Prozent gestiegen. Rein rechnerisch erhielt jede und jeder TK-Versicherte im Südwesten medizinische Leistungen in Höhe von 3.516 Euro. Das entspricht einer Steigerungsrate von 7,3 Prozent pro Kopf im Vergleich zu 2024. 

Strukturreform für stabile Beiträge

"Die Ausgaben für die Versorgung steigen weiterhin stark. Deshalb ist es gut, dass das kürzlich verabschiedete Spargesetz diese Entwicklung zumindest bremst", erklärt Nadia Mussa, Leiterin der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg. Das beschlossene Beitragsstabilisierungsgesetz sei ein wichtiger Schritt. "Dennoch müssen jetzt Strukturreformen folgen, die das Gesundheitssystem effizienter machen, und die Versorgung für die Patientinnen und Patienten verbessern", fordert Mussa.

Größte Summe für Krankenhausbehandlungen

Wie in den Jahren zuvor ist auch 2025 das meiste Geld in Krankenhausbehandlungen geflossen: Rund 1.062 Euro waren es im Durchschnitt für jede und jeden TK-Versicherten in Baden-Württemberg. Insgesamt ergibt das eine Summe von mehr als 1,38 Milliarden Euro für den stationären Bereich. Auch die größte Steigerungsrate mit 9,84 Prozent je Versicherte und Versicherten gab es bei den Ausgaben für Krankenhausbehandlungen. Rund 994 Millionen Euro gehen auf das Konto der ambulanten ärztlichen Leistungen, gefolgt von Arzneimitteln (833 Millionen) und zahnärztlichen Behandlungen (317 Millionen). 

Bund und Länder sind in der Pflicht

Nadia Mussa sieht weiteren politischen Handlungsbedarf: "Sowohl der Bund als auch die Länder müssen endlich ihrer finanziellen Verantwortung nachkommen." Für den Bund bedeute das vor allem, kostendeckende Beiträge für Empfängerinnen und Empfänger von Bürgergeld zu zahlen. "Die Länder sehe ich in der Pflicht, die Krankenhausreform qualitätsgeleitet umzusetzen. Obwohl Baden-Württemberg die Transformation der Kliniklandschaft immer gefördert hat, ist der Investitionsstau groß. Es gilt nun die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen, um die Digitalisierung voranzutreiben und den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen."

 

Hinweis an die Redaktion

Zum Stichtag 01.06.2026 waren mehr als 1,34 Millionen Menschen bei der TK in Baden-Württemberg versichert, bundesweit sind es rund 12,4 Millionen.