Stuttgart, 1. Juni 2026. Die Zahl der gesetzlich versicherten Patientinnen und Patienten in Baden-Württemberg, die aufgrund von chronischen Schmerzen eine besondere schmerztherapeutische Versorgung erhalten haben, ist zwischen 2019 und 2024 von rund 41.200 auf 45.600 angestiegen - ein Plus von fast elf Prozent. Das hat eine Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) ergeben. 

Der Schmerz ist zur eigenständigen Krankheit geworden

"Für diese Patientinnen und Patienten hat der Schmerz seine Warnfunktion verloren und ist zur eigenständigen Krankheit geworden, die oft zu psychischen und körperlichen Veränderungen führt", sagt Nadia Mussa, Leiterin der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg, anlässlich des Tages gegen den Schmerz am 2. Juni. Die für eine angemessene Behandlung dieser Schmerzen notwendige Therapie darf nach Angaben der TK nur von Ärztinnen und Ärzten erbracht werden, die besonders qualifiziert sind und organisatorische Vorgaben erfüllen. 

170 Ärztinnen und Ärzte im Südwesten erfüllen Anforderungen

In Baden-Württemberg haben rund 170 Ärztinnen und Ärzte von der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) die Zulassung für diese besondere Schmerztherapie erhalten. Sie müssen an vier Tagen pro Woche mindestens je vier Stunden schmerztherapeutische Sprechstunden anbieten. Zudem muss die ständige Rufbereitschaft während der Praxiszeiten zur Beratung der Schmerzpatientinnen und -patienten gewährleistet sein. Die Praxen sind überwiegend im Fachbereich Anästhesiologie tätig, aber auch Allgemeinmedizin, Orthopädie oder Chirurgie sind vertreten.

TK: Neue Konzepte in der ambulanten Versorgung sind notwendig

Aus Sicht der TK-Landesvertretung ist es wichtig, dass alle Schmerzpatientinnen und -patienten möglichst schnell eine adäquate Schmerztherapie in der ambulanten Versorgung erhalten. "Dafür braucht es neue Konzepte, die den individuellen medizinischen Bedarf und die Dringlichkeit einer Behandlung in den Mittelpunkt rücken", betont Nadia Mussa. "Dazu gehört ein verbindliches, strukturiertes und digital gestütztes Ersteinschätzungsverfahren, mit dem Patientinnen und Patienten direkt dorthin geleitet werden, wo sie am besten versorgt sind." 

Hinweis für die Redaktionen:

Die Ärztinnen und Ärzte in Baden-Württemberg, die von der KVBW eine Zulassung für die schmerztherapeutische Versorgung chronisch schmerzkranker Patientinnen und Patienten erhalten haben, ist unter www.arztsuche-bw.de zu finden.