Stuttgart, 20. April 2026. Die Krankenhäuser in Baden-Württemberg werden auch in anderen Bundesländern geschätzt. Im Jahr 2024 haben sich nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) rund 138.000 Patientinnen und Patienten, die ihren Wohnsitz nicht im Südwesten haben, in einer Klinik in Baden-Württemberg behandeln lassen. Die Hauptgründe sind Krebserkrankungen mit einem Anteil von 17 Prozent und Herzprobleme (11 Prozent). Die Auswertung der TK basiert auf Daten des Statistischen Bundesamtes. 

Größter Zustrom aus Bayern

Der Großteil der externen Patientinnen und Patienten kommt aus den angrenzenden Bundesländern Bayern (47.000), Rheinland-Pfalz (39.000) und Hessen (36.000). "Über 16.000 Personen sind aus Bundesländern angereist, die keine Grenze zu Baden-Württemberg haben", sagt Nadia Mussa, Leiterin der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg. Im Gegenzug haben rund 104.000 Menschen aus Baden-Württemberg ein Krankenhaus in anderen Bundesländern aufgesucht. Über die Hälfte davon (62.000) sind nach Bayern gefahren, 20.000 nach Rheinland-Pfalz und 10.000 nach Hessen. Die Hauptursache für den Gang über die Landesgrenze waren Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems (14 Prozent).

Landesregierung will mehr Austausch

Den Patientenwanderungen ist erstmals auch im neu von der Landesregierung beschlossenen Krankenhausplan ein eigenes Kapitel gewidmet. Die zentrale Botschaft: "Zukünftig wird ein regelmäßiger Austausch mit den angrenzenden Bundesländern Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz anvisiert, um die grenzüberschreitende krankenhausplanerische Abstimmung zu verankern". Dies gelingt nach Einschätzung der TK-Landesvertretung am besten, wenn die Möglichkeiten der Digitalisierung viel stärker als bisher genutzt werden.

Elektronische Patientenakte sorgt für Transparenz

Das wichtigste Instrument für mehr Transparenz und Steuerung bei der Behandlung über Landesgrenzen hinweg ist laut TK die elektronische Patientenakte (ePA). "Bereits seit über einem halben Jahr sind die Kliniken verpflichtet, Dokumente wie Befundberichte nach Operationen oder Entlassbriefe in die ePA einzustellen", betont die Leiterin der TK-Landesvertretung. Doch bislang werde die ePA in vielen Krankenhäusern nicht befüllt. Nadia Mussa: "Für die optimale Weiterversorgung der Patientinnen und Patienten ist es sehr wichtig, dass alle Informationen vollständig in der Akte hinterlegt werden. So gelingt auch eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit."    

Hinweis für die Redaktionen

Der neue Krankenhausplan Baden-Württemberg wurde am 3. März 2026 von der Landesregierung beschlossen. Insgesamt wurden in Baden-Württemberg im Jahr 2024 rund zwei Millionen Patientinnen und Patienten vollstationär behandelt.