Verordnungen für Herz-Kreislauf-Medikamente in NRW auf neuem Höchststand
Pressemitteilung aus Nordrhein-Westfalen
Düsseldorf, 7. August 2026. In Nordrhein-Westfalen (NRW) ist im vergangenen Jahr bei Herz-Kreislauf-Medikamenten mit 124 Tagesdosen ein neuer Verordnungshöchststand erreicht worden. Das zeigt eine Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK). Im Jahr 2024 waren es 120 Tagesdosen, im Jahr 2000 dagegen lediglich 52 Tagesdosen.
"Der starke Anstieg bei den Verordnungen von Herz-Kreislauf-Medikamenten in den letzten 25 Jahren ist nur zum Teil durch unsere alternde Gesellschaft zu erklären", sagt Barbara Steffens, TK-Chefin im bevölkerungsreichsten Bundesland. "Internationale Studien zeigen, dass ein sehr großer Teil der Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf beeinflussbare Risikofaktoren wie Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung, Rauchen und Übergewicht zurückgeht. Wir möchten mit guter Prävention und niedrigschwelligen Angeboten erreichen, dass Menschen länger gesund bleiben und diese Medikamente nicht so häufig notwendig werden", betont Steffens.
Besonders auffällig: Erwerbstätige Männer bekamen in NRW 2025 mit 158 Tagesdosen fast doppelt so viele Herzmedikamente verschrieben wie Frauen mit 83 Tagesdosen.
Hinweis für die Redaktion
Für die Auswertung hat die TK die Arzneimittelverordnungen ihrer rund sechs Millionen versicherten Erwerbspersonen betrachtet - davon über drei Millionen in NRW. Zu den Erwerbspersonen zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie Empfänger und Empfängerinnen von Arbeitslosengeld I.
Als Tagesdosis (Defined Daily Dose, kurz DDD) wird die Dosis eines Arzneimittels bezeichnet, die bei einer bestimmten Indikation im Durchschnitt pro Tag verordnet wird.
Zur TK-Auswertung der Arzneiverordnungen 2025: Gesundheitsreport Arzneiverordnungen 2026 (PDF, 1.6 MB)