Bewegungsprogramm für an Krebs erkrankte Kinder startet
Pressemitteilung aus Nordrhein-Westfalen
Düsseldorf, 24. August 2026. Eine Krebsbehandlung hinterlässt bei vielen Kindern und Jugendlichen deutliche Spuren. Die langen Krankenhausaufenthalte und belastenden Therapien führen meist zu Bewegungsmangel, der die negativen Folgen der Erkrankung und onkologischen Behandlung verstärkt. Das Innovationsfondsprojekt "BEPPO" (Bewegungs- und sporttherapeutische Interventionen unter medizinischer Therapie in der pädiatrischen Onkologie) hat das langfristige Ziel, Nebenwirkungen der Krebstherapie zu reduzieren, die körperliche Leistungsfähigkeit zu erhalten und Bewegungsmangel während einer onkologischen Behandlung vorzubeugen.
Mit gezielter Bewegung die Selbstheilungskräfte stärken
"An Krebs erkrankte Kinder leiden körperlich und seelisch oft stark, ihre Lebensqualität ist massiv eingeschränkt. Ein gezieltes Bewegungsprogramm kann sie nicht nur dabei unterstützen, ihre Mobilität zu erhalten. BEPPO soll den jungen Patientinnen und Patienten auch helfen, besser mit den Herausforderungen der Krebserkrankung zurechtzukommen und ein Stück Normalität zurückzugewinnen", sagt Barbara Steffens, Leiterin der Landesvertretung der Techniker Krankenkasse in Nordrhein-Westfalen.
Projektleitung liegt beim Universitätsklinikum Essen
An dem sechsmonatigen Bewegungsproramm können Kinder und Jugendliche im Alter von drei bis 18 Jahren unmittelbar nach der Diagnosestellung teilnehmen. Die Sport- und Bewegungstherapie setzt sich aus Einheiten im Krankenhaus, ambulanten Angeboten sowie digital begleiteten Trainingseinheiten zusammen. Dadurch werden die jungen Patientinnen und Patienten sowohl während der stationären Behandlung als auch im häuslichen Umfeld kontinuierlich beim regelmäßigen Training unterstützt. Im Juli ist die Interventionsphase des Projekts gestartet.
Das Projekt wird an 13 kinderonkologischen Zentren bundesweit erprobt und mit der derzeitigen Standardversorgung verglichen. Die Projektleitung liegt beim Universitätsklinikum Essen, Westdeutsches Tumorzentrum & Klinik für Kinderheilkunde. Vertragspartner sind die Techniker Krankenkasse, BARMER, DAK-Gesundheit und AOK Rheinland/Hamburg.
Der Innovationsfonds des G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss) fördert das Projekt mit knapp 7,3 Millionen Euro über 3,5 Jahre seit Oktober 2025.
Hintergrund
Das Projekt ist bundesweit angelegt und wird durch 13 kinderonkologische Zentren ergänzt, an denen auch die Therapie stattfindet: Charité - Universitätsmedizin Berlin, Diakonie Klinik Hallerwiese - Cnopfsche Kinderklinik, Universitätsmedizin Frank-furt, Klinikum Stuttgart, TUM Klinikum Rechts der Isar, Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße Köln, Universitätsklinikum Köln, Universitätsklinikum Bonn, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Universitätsklinikum Jena, Universitätsklinikum Ulm, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Universitätsklinikum Essen.
Berücksichtigt wird ebenfalls die Expertise des Netzwerks ActiveOnco-Kids sowie der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie. Die Projektevaluation wird vom Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie und dem Institut für Medizinische Statistik und Bioinformatik der Universität Köln und dem Institut für Epidemiologie und Präventivmedizin, Universität Regensburg durchgeführt. Weitere Informationen zum Innovationsfondsprojekt "BEPPO" gibt es auf der Homepage zum Projekt.