Biosimilars sind Nachahmerpräparate im Bereich der biotechnologisch hergestellten Arzneimittel, sogenannter Biologika. Läuft der Patentschutz der Originalpräparate ab, können gleichwertig wirksame und sichere Wirkstoffe, Biosimilars, zugelassen werden. Das spart Kosten im Gesundheitswesen, ohne die Therapiequalität zu beeinträchtigen.

Hohes Sparpotenzial bei Biosimilars

In Deutschland wurde die Austauschbarkeit schon 2019 gesetzlich angedacht, aber erst 2026 umgesetzt. Durch den verspäteten Biosimilar Austausch und fehlende Möglichkeiten, Rabattverträge zu schließen, wurden seit 2022 etwa 7 Mrd. Euro an GKV Einsparungen verpasst. Allein für 2025 wären durch eine Kombination aus Preisverfall, Umsteuerung auf wirtschaftliche Präparate und exklusive Rabatte Einsparungen von schätzungsweise 2,9 Mrd. Euro im biosimilarfähigen Markt möglich gewesen. 
In den nächsten Jahren laufen viele Patente umsatzstarker Biologika aus. Damit wird der Biosimilar-Markt weiter wachsen. Exklusive Rabattverträge könnten hier nicht nur die dringend benötigten Einsparungen für die GKV sichern, sondern durch Liefer- und Lagervorgaben auch für mehr Versorgungssicherheit sorgen. 

Preise im europäischen Vergleich zu hoch

Weiteres ungenutztes Potenzial gibt es bei der Einsparhöhe. Biologika werden von den Herstellern in Deutschland teurer verkauft als in vielen anderen europäischen Ländern. Im Jahr 2024 beliefen sich die GKV Ausgaben für die fünf umsatzstärksten Biologika auf rund 1,5 Mrd. Euro. Hätten die Preise in Deutschland dem niedrigsten europäischen Preis für die jeweiligen Wirkstoffe entsprochen, hätten die Ausgaben mit ca. 400 Mio. Euro nur ein gutes Viertel dessen betragen.

Pharmaunternehmen beklagen häufig, dass es sich bei günstigeren Preisen nicht lohnen würde, bestimmte Arzneimittel weiterhin in Deutschland herzustellen. Für Biologika greift dieses Argument nicht. Produziert wird größtenteils andernorts: Nur vier Prozent aller an TK-Versicherte abgegebenen Tagesdosen austauschfähiger Biologika wurden 2025 in Deutschland produziert.

Rabattverträge sparen Geld und stärken Versorgung

Umso wichtiger ist es, die Einsparpotenziale im Bereich der Biosimilars konsequent zu nutzen. Die TK fordert, exklusive Biosimilars-Rabattverträge zu etablieren, um die Nettokosten für die Solidargemeinschaft spürbar zu senken und zugleich die Versorgung planbarer und belastbarer aufzustellen. 

Eine Ausschreibung hat zudem den wesentlichen Vorteil, dass darin verbindliche Mengenvorgaben festgelegt werden können. Die Vertragspartner werden verpflichtet, entsprechende Lagerbestände aufzubauen und die Versorgung über die vorgesehene Laufzeit von zwei Jahren zuverlässig abzusichern. Eine solche Resilienz lässt sich mit bisherigen Open-House-Verträgen ohne verbindliche Bevorratungspflichten nicht erreichen.

Biosimilars bieten ein erhebliches Potenzial, die Gesundheitskosten zu senken und gleichzeitig die Versorgungssicherheit zu stärken. Durch gezielte Ausschreibungen, exklusive Rabattverträge und eine konsequente Preistransparenz lassen sich dringend notwendige Einsparungen für die Solidargemeinschaft erzielen und die Versorgung mit biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln langfristig sichern.

Facts­heet Biosi­mi­lars

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