Hamburg, 22. Mai 2026. Zum heutigen Beschluss des Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG) äußert sich Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse (TK):  

"Das im ApoVWG verankerte Ausschreibungsverbot für exklusive Biosimilar-Rabattverträge ist ein herber Rückschlag für die gesetzliche Krankenversicherung. Während die Bundesregierung in den letzten Wochen harte Sparmaßnahmen für Arztpraxen, Kliniken und Krankenkassen erlassen hat, bekommt die Pharmaindustrie nun über ein anderes Gesetz mehr geschenkt, als sie einsparen muss."

"Zur Veranschaulichung: Laut Beitragsstabilisierungsgesetz soll die Pharmaindustrie rund 1,7 Milliarden Euro an Einsparungen leisten. Das mit dem ApoVWG verabschiedete Verbot exklusiver Ausschreibungen verhindert jedoch jährliche Einsparungen von bis zu drei Milliarden Euro für die GKV. Unter dem Strich geht die Pharmaindustrie also mit einem Plus aus den Spargesetzen heraus."

Rabattverträge sind wirtschaftlich und stärken die Versorgung

"Im Bereich der Generika haben Rabattverträge den Wettbewerb deutlich in Schwung gebracht und zeigen: Geringere Kosten bei gleicher Qualität sind durchaus möglich. Mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit und das hohe Ausgabenvolumen sollten Krankenkassen auch für biologische Arzneimittel exklusive Verträge mit den Pharmaherstellern schließen dürfen", so Baas weiter.

"Über Ausschreibungen für exklusive Rabattverträge lassen sich zudem Vorgaben für Liefersicherheit und Bevorratung durch die Hersteller vereinbaren. So kann über die Vertragslaufzeit hinweg eine sichere und wirtschaftliche Versorgung gewährleistet werden. Auch diese Chance schlägt die Regierung mit dem Rabattverbot aus." 

Hinweis für die Redaktion

Weitere Informationen zum Thema Biosimilars und Vorschläge für kostensparende Maßnahmen hat die TK in einem Factsheet Biosimilars zusammengefasst.