• Bei 38 Prozent der Menschen funktionierte die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Arztpraxen, Kliniken oder Pflegeeinrichtungen nicht optimal. 67 Prozent von ihnen fehlte eine zentrale Ansprechperson.
  • TK-Chef Baas: "Patientinnen und Patienten müssen auf eindeutige Verantwortlichkeiten und klare Behandlungswege zählen können".
  • 72 Prozent sind für ein Primärversorgungssystem - das kann aus Sicht der TK für bessere Abläufe sorgen. 1 Prozent der Menschen in Deutschland haben Schwierigkeiten, bei neuen gesundheitlichen Beschwerden eine geeignete Arztpraxis zu finden.

Hamburg, 6. Mai 2026. Haus- und Facharztpraxen, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen: Medizinische Behandlungen erfordern oft eine enge und gut koordinierte Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Praxen oder Einrichtungen. Bei 38 Prozent der Menschen in Deutschland lief die Behandlungskoordination, etwa zwischen Haus- und Facharztpraxis, in den vergangenen Jahren jedoch nicht wie gewünscht.

Vielen von ihnen (67 Prozent) fehlte eine klare Ansprechperson, die den Überblick behält, Fragen beantwortet oder den Fortschritt der Behandlung koordiniert. Bei 65 Prozent der Betroffenen verzögerte sich die Behandlung durch lange Wartezeiten zwischen den Terminen. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK).

Chaos im Behand­lungs­ver­lauf

Säulengrafik: Chaos im Behandlungsverlauf: Was läuft schief? Quelle: Forsa-Befragung im Auftrag der TK Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Was läuft schief im Behandlungsverlauf? 67 Prozent klagten darüber, dass es keine klare Ansprechperson gab. 65 Prozent kritisierten die langen Wartezeiten zwischen Terminen.

Fehlende Ansprechperson, lange Wartezeiten, stockender Informationsfluss  

"Wir können in Deutschland grundsätzlich auf eine gute Versorgung durch qualifiziertes Personal bauen. Das Gesundheitssystem ist jedoch nicht optimal organisiert, sodass Abläufe nicht immer reibungslos und teils sogar chaotisch verlaufen", erklärt Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK. "Das beginnt bereits mit der Wahl der passenden Arztpraxis und setzt sich während der Behandlung fort, wenn zum Beispiel wichtige Informationen nicht rechtzeitig vorliegen. Wir brauchen endlich klar koordinierte Abläufe und Zuständigkeiten. Das steigert die Behandlungsqualität und sorgt für mehr Effizienz." 

Bei den Menschen, bei denen die Zusammenarbeit verschiedener Praxen oder Einrichtungen nicht wie gewünscht lief, sorgt auch der Informationsfluss für Probleme: Bei 64 Prozent kamen wichtige Informationen nicht rechtzeitig für eine Behandlung an, bei 63 Prozent fehlten Informationen über den nächsten Behandlungsschritt gänzlich. Von falschen oder unvollständigen Informationen berichten sogar 61 Prozent. Zu unnötigen Doppeluntersuchungen kam es bei 36 Prozent. 

Baas fordert daher, dass die elektronische Patientenakte (ePA) fest in den Behandlungsalltag integriert wird und zukünftig eine Schlüsselrolle in der Versorgung einnimmt: "Als zentraler Speicher für Diagnosen, Arztberichte oder Medikationslisten trägt die elektronische Patientenakte zu einem besseren Informationsfluss bei."

72 Prozent sind für ein Primärversorgungssystem 

Für eine besser organisierte Versorgung möchte die Bundesregierung ein Primärversorgungssystem einführen, also ein System, in dem ein Arzt oder eine Ärztin den Überblick über die Behandlung wahrt und Überweisungen für nötige Folgetermine ausstellt. 72 Prozent der Menschen in Deutschland finden diese Idee sehr gut beziehungsweise gut. So auch Baas: "Patientinnen und Patienten müssen auf eindeutige Verantwortlichkeiten und klare Behandlungswege zählen können. Ein Primärversorgungssystem ist dafür der richtige Ansatz."

Ersteinschätzung für klare Abläufe und Zuständigkeiten nötig 

Aus Sicht der TK kann ein Primärversorgungssystem jedoch nur dann für bessere Abläufe sorgen, wenn Patientinnen und Patienten vor Beginn einer Behandlung eine medizinische Ersteinschätzung durchlaufen. Diese erfasst zunächst die Beschwerden, entweder digital, per Telefon oder am Praxistresen, und führt Hilfesuchende auf Basis ihrer Symptome direkt zur passenden Versorgung. Sie legt außerdem fest, ob ein Haus‑ oder Facharzt als Primärversorger alle Behandlungsschritte koordiniert und sorgt so für eindeutige Zuständigkeiten.  

Hinweis für die Redaktion

Die Vorschläge der TK für eine bessere ärztliche Versorgung sind im Presseportal abrufbar.  

Für die bevölkerungsrepräsentative, telefonische Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa vom 25. September bis 21. Oktober 2025 bundesweit insgesamt 1.410 Personen ab 18 Jahre.