Hamburg, 11. Mai 2026. Pflegekräfte haben nach wie vor deutlich mehr krankheitsbedingte Fehltage als andere Berufsgruppen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der bei der Techniker Krankenkasse (TK) versicherten Erwerbspersonen. Demnach waren Pflegekräfte im Jahr 2025 durchschnittlich 27,8 Tage krankgeschrieben - und damit rund 10 Tage mehr als der Durchschnitt aller Berufstätigen (17,7 Tage).

Besonders hohe Ausfallzeiten verzeichnen die Altenpflegekräfte. Sie kamen im Jahr 2025 auf durchschnittlich 32,7 Fehltage, Beschäftigte in der Krankenpflege auf 25,8 Tage. Zwar ist der Krankenstand in der Pflege das zweite Jahr in Folge leicht gesunken, er liegt aber weiterhin deutlich über dem Niveau vieler anderer Berufsgruppen. Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK: "Die Zahlen zeigen, wie groß die Belastung in der Pflege nach wie vor ist. Wer täglich körperlich und emotional viel leistet, braucht gute Rahmenbedingungen, um gesund arbeiten zu können."

Psychische Belastungen und körperliche Beschwerden als Hauptursachen

Laut der TK-Auswertung waren Pflegekräfte aufgrund psychischer Erkrankungen im vergangenen Jahr an 5,7 Tagen krankgeschrieben, der Durchschnitt über alle Berufsgruppen beträgt 3,3 Tage. Auch Erkrankungen des Atmungssystems (5,3 Tage) sowie des Muskel-Skelett-Systems (4,8 Tage) spielen eine große Rolle. "Wenn wir über die Zukunft der Pflege sprechen, müssen wir die Gesundheit der Pflegekräfte von Anfang an mitdenken", so Ballast. "Strukturen, die Belastung reduzieren und die Pflegenden im Berufsalltag unterstützen, sind entscheidend dafür, dass sie ihren Beruf langfristig ausüben können. In der geplanten Pflegereform sollte deshalb auch die Prävention berufsbedingter Erkrankungen ein Schwerpunkt sein."  

TK unterstützt bei gesundem Arbeiten in der Pflege

Die TK hat sich zum Ziel gesetzt, über ihren gesetzlichen Präventionsauftrag in der Pflege Impulse für ein zukunftssicheres Pflegewesen und ein gesundes Arbeitsumfeld zu geben. Sie unterstützt stationäre, teilstationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen sowie Krankenhäuser dabei, gesundheitsfördernde Maßnahmen und Strukturen in den Unternehmen aufzubauen - für Beschäftigte, Patientinnen und Patienten sowie Pflegebedürftige. Schwerpunkte liegen dabei beispielsweise auf Teambildung, Gesunder Führung, Stress- oder Gewaltprävention sowie Bewegung und Ergonomie.

Hinweis für die Redaktion

Für die aktuelle Auswertung hat die TK die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ihrer rund 6,2 Millionen versicherten Erwerbspersonen betrachtet. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie Empfänger und Empfängerinnen von Arbeitslosengeld I.