Hamburg, 11. Juni 2026. Zu den Diskussionen um das Beitragssatzstabilisierungsgesetz und den anstehenden Beratungen im Bundesrat und im Bundestag sagt Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse (TK):  

"Die aktuellen Zahlen zum ersten Quartal zeigen, wie angespannt die Finanzlage der Krankenkassen ist. Die Ausgaben für die Versorgung steigen weiterhin stark. Damit besteht die Gefahr, dass die Milliardenlücke im kommenden Jahr noch einmal größer wird. Deshalb muss jetzt umso mehr gelten: Es darf beim Sparpaket keine Abstriche geben. Im Gegenteil, wir brauchen weitere Einsparungen, wenn die Beiträge nicht erneut steigen sollen.  

Wer jetzt fordert, die Einsparziele zurückzufahren, muss sagen, woher das Geld stattdessen kommen soll. Auf keinen Fall von den Beitragszahlern, denn Versicherte und Arbeitgeber werden angesichts von Rekordbeiträgen und den geplanten Sparmaßnahmen schon über Gebühr belastet. Sie dürfen nicht für das Stopfen immer größerer Milliardenlücken herangezogen werden." 

Baas weiter: "Jetzt ist Verantwortungsbewusstsein von Bund und Ländern gegenüber den rund 75 Millionen gesetzlich Versicherten gefragt. Wir brauchen ein Sparpaket, das diesen Namen auch verdient und die Ausgabenspirale bremst. Zudem muss der Bund seiner finanziellen Verantwortung endlich nachkommen. Er muss kostendeckende Beiträge für Empfängerinnen und Empfänger von Bürgergeld zahlen, anstatt die Bundesmittel für versicherungsfremde Leistungen zu kürzen. Und angesichts der explodierenden Ausgaben darf sich die Politik nicht von Drohungen der Pharmaindustrie beeindrucken lassen: Deutschland ist ein sehr wichtiger Markt für die Hersteller und sie sollen hier weiterhin gute Gewinne erzielen. Aber auch die Pharmaindustrie muss einen gerechten Anteil an den Einsparungen leisten, doch davon sind wir aktuell weit entfernt. Ein wichtiger Schritt wäre ein deutlich höherer Herstellerrabatt auf Arzneimittel, wie es ihn auch schon in vergangenen Jahren gab. Es darf keine Ausnahmen für eine einzelne Branche geben." 

Hinweis für die Redaktion

Die TK ist mit rund 12,4 Millionen Versicherten Deutschlands größte Krankenkasse.