• Digitale Anwendungen setzen sich nur durch, wenn sie für Patientinnen, Patienten und Praxen gleichermaßen spürbare Vorteile bieten.
  • Das E-Rezept zeigt erfolgreich, wie durch weniger Bürokratie in den Praxen und mehr Komfort für Patienten eine effiziente Versorgung gelingt.
  • Funktionen wie Medikationslisten und Volltextsuche in der ePA steigern die Patientensicherheit und Effizienz.

Die digitale Transformation ist in vielen Bereichen unseres Lebens im vollen Gange - auch im Gesundheitswesen. Videosprechstunden oder die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung sind nur zwei Beispiele dafür. Ein zentrales Element ist dabei wichtig: klare Mehrwerte. Nur wenn diese für Patientinnen und Patienten und in Artpraxen gleichermaßen spürbar ist, können sich digitale Anwendungen durchsetzen.

E-Rezept als positives Beispiel

Beim elektronischen Rezept (E-Rezept) hat das gut funktioniert.  Mittlerweile ist das E-Rezept im Versorgungsalltag angekommen. Die Patientinnen und Patienten sind damit nicht mehr auf den rosa Zettel angewiesen. Ihr Medikament kann beispielsweise per TK-App oder elektronischer Gesundheitskarte in der Apotheke ihrer Wahl eingelöst werden. 

Daniel Konrad

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Auch Ärztinnen und Ärzte profitieren. Das Bundesgesundheitsministerium hebt besonders folgende Aspekte hervor: Das Praxisverwaltungssystem (PVS) prüft beim Erstellen des E-Rezepts automatisch die Vollständigkeit der Angaben. Außerdem werden administrative Aufgaben eingespart. Händische Unterschriften und Wege entfallen, Fernbehandlungen können vollständig digital ablaufen und die Versorgung von entfernt wohnenden Patienten läuft schneller. So können etwa Folgerezepte ohne erneuten Praxisbesuch ausgestellt werden.

Diese Vorteile bringt die ePA

Auch die elektronische Patientenakte (ePA) wird immer mehr Vorteile bringen. Die ePA wird nach und nach um mehr Funktionen erweitert. Auf zwei Beispiele möchte ich genauer eingehen:

Medikationsliste

Die Medikationsliste bietet für alle Beteiligten entscheidende Vorteile. Die Patientinnen und Patienten haben durch die Auflistung alle Namen und Dosierungen ihrer Medikamente jederzeit verfügbar. Ärztinnen und Ärzte haben ein vollständiges Bild von der Medikation und können so mögliche Kontraindikationen oder Wechselwirkungen vermeiden. Auch die Apothekerinnen und Apotheker können mit den Daten besser beraten und auch bei möglichen Alternativpräparaten sichere Entscheidungen treffen.  All das sorgt für mehr Transparenz und Patientensicherheit.

Vermeidung Doppeluntersuchungen 

Behandlungs- und Abrechnungsdaten sind schon heute in der ePA verfügbar. Auch Laborwerte sowie Entlass- und Arztbriefe werden teilweise schon in die Akte gespielt. Folgen perspektivisch auch Daten und Auswertungen bildgebender Verfahren, können viele Doppeluntersuchungen vermieden werden. Das ist nicht nur für das System effizient, weil Kosten eingespart und Ressourcen in den Praxen geschont werden. Auch für die Patientinnen und Patienten trägt eine vermiedene Röntgenuntersuchung zu weniger Strahlenbelastung und mehr Patientensicherheit bei.

Das sind nur zwei Beispiele, wie die ePA im Versorgungsalltag heute und in naher Zukunft unterstützen kann. Auch darüber hinaus ist das Potenzial riesig. Sicher ist: Die ePA wird in Zukunft ein zentraler Bestandteil des Gesundheitswesens sein. Jede Weiterentwicklung muss dabei so konzipiert sein, dass ein echter Mehrwert für die Nutzenden entsteht.