TK: Herr Lottke, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zur Wahl zum Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses im Niedersächsischen Landtag! Können Sie uns einen Einblick geben, was Sie sich für die kommende Legislatur vorgenommen haben?

Oliver Lottke: Vielen Dank! Zunächst einmal ist mir wichtig, dass der Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung auch in neuer Besetzung seine erfolgreiche und stets an der Sache orientierte Arbeit der vergangenen Jahre fortsetzen kann. Das hat den Ausschuss bisher immer ausgezeichnet. Als Ausschussvorsitzender kommt mir dabei eine besondere und für mich neue Rolle zu, für die ich sehr dankbar bin und auf die ich mich freue.

Die Ausschussarbeit der vergangenen zweieinhalb Jahre war sehr stark geprägt von Corona. Die Vorzeichen für die neue Legislaturperiode sind andere, wenngleich das Thema Krisenbewältigung nach wie vor eine große Rolle spielt. Ich wünsche mir, dass wir dazu beitragen können, auch die Folgen der Energiekrise abzumildern und darüber hinaus gute Gesundheits- und Sozialpolitik für die Menschen in Niedersachsen gestalten können.

Ich wünsche mir, dass wir dazu beitragen können, auch die Folgen der Energiekrise abzumildern und darüber hinaus gute Gesundheits- und Sozialpolitik für die Menschen in Niedersachsen gestalten können. Oliver Lottke, Vorsitzender des niedersächsischen Geusndheitsausschusses

TK: Die letzte Legislaturperiode war stark von Corona und den Ergebnissen der Enquete-Kommission geprägt. Zumindest die Umsetzung der Enquete wird ja weitergehen. Wird es hauptsächlich um die Umsetzung der Krankenhausreform gehen?

Lottke: Die Umsetzung der Krankenhausreform wird insbesondere jetzt zu Beginn der neuen Legislatur ein ganz wesentlicher Schwerpunkt sein. Mit der Novelle des Niedersächsischen Krankenhausgesetzes haben wir in der vergangenen Legislatur das bundesweit modernste Krankenhausgesetz auf den Weg gebracht, das auch über Niedersachsen hinaus große Beachtung findet. Das war fraktionsübergreifend eine bemerkenswerte Leistung, an der wir alle gemeinsam anknüpfen sollten. Daneben gibt es aber eine ganze Reihe nicht weniger bedeutsamer Vorhaben, die sich ebenfalls aus den Handlungsempfehlungen der Enquetekommission ergeben und sich auch im Koalitionsvertrag von SPD und Bündnis 90/Die Grünen wiederfinden. Beispielhaft möchte ich nur die Einführung Regionaler Gesundheitszentren als sektorenübergreifendes Versorgungsmodell oder die Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes als Lehre aus der Corona-Pandemie nennen.

Oliver Lottke

Das Bild ist noch nicht vollständig geladen. Falls Sie dieses Bild drucken möchten, brechen Sie den Prozess ab und warten Sie, bis das Bild komplett geladen ist. Starten Sie dann den Druckprozess erneut.
Mitglied im niedersächsischen Landtag (SPD) und Vorsitzender des Ausschusses für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung

TK: Wenn wir etwas übergeordneter schauen: Was muss sich grundsätzlich in der Gesundheitspolitik in den nächsten Jahren tun?

Lottke: Das Gesundheitswesen steht in den kommenden Jahren auch in Niedersachsen vor vielfältigen Herausforderungen, die wir angehen müssen. Neben der besagten Krankenhausreform wird ein Schwerpunkt der nächsten Jahre die Sicherstellung der medizinischen Versorgung in ländlichen Gebieten sein. Das gilt sowohl für die stationäre Grundversorgung und Geburtshilfe als auch für die (haus-) ärztliche und die psychotherapeutische Versorgung. Im Bereich der Notfallversorgung müssen wir Maßnahmen ergreifen, um die Fehlinanspruchnahme zu reduzieren und die Krankenhausambulanzen sowie die Rettungsdienste zu entlasten. Eine zentrale Herausforderung wird darüber hinaus die Gestaltung einer sektorenübergreifenden Gesundheitsversorgung sein. Neben dem Land sehe ich bei der Bewältigung dieser Aufgaben aber vor allem auch den Bund in der Pflicht, die im Koalitionsvertrag auf Bundesebene angekündigten Reformen im Gesundheitswesen umzusetzen und geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen.

Neben der besagten Krankenhausreform wird ein Schwerpunkt der nächsten Jahre die Sicherstellung der medizinischen Versorgung in ländlichen Gebieten sein.  Oliver Lottke, Vorsitzender des niedersächsischen Gesundheitsausschusses

TK: Die Coronapandemie ist auch ein Treiber für die Digitalisierung im Gesundheitswesen in Niedersachsen gewesen. Wo sehen Sie das meiste Potential der Digitalisierung im Gesundheitswesen?

Lottke: Die Digitalisierung des Gesundheitswesens bietet große Chancen, die Gesundheitsversorgung insgesamt zu verbessern und die Versorgungsqualität für viele Patientinnen und Patienten zu erhöhen. Das betrifft aus meiner Sicht nahezu alle Bereiche und Disziplinen. Corona hat in vielen Fällen gezeigt, dass es geht, wenn der Wille da ist. Um die Potentiale der Digitalisierung endlich zu heben, erhoffe ich mir den überfälligen Durchbruch bei der elektronischen Patientenakte und - damit verbunden - eine zeitnahe sowie dauerhafte Lösung der technischen Probleme mit der Telematikinfrastruktur. Die flächendeckende Nutzung der elektronischen Patientenakte wäre nicht nur für die Versorgung ein riesen Fortschritt, sondern auch in der Gesundheitsforschung. Weitere Potentiale sehe ich vor allem in bei der Entlastung von Beschäftigten, beispielsweise in der Pflege oder im Bereich der Telemedizin.

TK: Zuletzt noch eine persönliche Frage: Herr Lottke, was steht bei Ihnen an Weihnachten auf dem Speiseplan? Eher klassisch, oder immer etwas Anderes?

Lottke: An Weihnachten geht es bei uns eher traditionell zu. Heiligabend gibt es Kartoffelsalat und Würstchen, das gab es schon als ich noch Kind war.

Am 1. Weihnachtstag dann in der Regel Ente mit allem was so dazu gehört. Der Rest des Jahres ist nicht so fleischlastig, aber Tradition gehört für mich an Weihnachten einfach dazu.